es war einmal… 2.0

Tag: ich

Häkelwettbewerb Gewinn

by chaoslady

Ach, was für eine Freude! Beim Häkelwettbewerb, für den ich mein gestreiftes Häschen gehäkelt habe, wurde mein Blog für den zweiten Preis aus dem Lostopf gezogen. Und gestern war ein Blumenbote da und hat mir meinen Preis gebracht!

Ich war so entzückt! Der Bote kam vom Blumengeschäft in der Nachbargemeinde. Ich finde das total cool! Unsere liebe und sehr neugierige Nachbarin meinte anerkennend „Oh, Sie bekommen Blumen von GRAF geliefert!“, als ob das so ein Eigenname wie Porsche oder Opel wäre, das mir etwas sagen müsste. Das hat mich noch mehr aufgeheitert. Als ich zuhause die Verpackung vom Blumenstrauß abnahm, strahlte er mich in sonnigen fröhlichen Farben an. So wunderschön!

7 Wochen ohne Fernsehen zu Ende

by chaoslady

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Ja, so sah es am Karsamstag bei uns aus, denn die zweite Halbzeit meiner TV-freien Zeit gingen langsam zu Ende:

Tag 31: Es mag am Stress liegen, aber das Fernsehen fehlt mir weiterhin nicht. Nach dem Überstehen der ersten drei Wochen haben sich meine Gewohnheiten etwas gewandelt. Fürs Mittagessen lasse ich mir kaum noch Zeit, nebenbei lese ich entweder Zeitung oder in einem Buch. Beim Bügeln komme ich auch gut voran, wenn ich ein Hörbuch höre, aber danach bin ich wie ein Zombie, weil ich nach dem Hörbuch nicht so leicht auf andere geistige Tätigkeiten umschalten kann, wie nach dem Fernsehen. Gestrickt habe ich immer noch nicht weiter, aber heute kam die Wolle für ein Häkelwettbewerb und mir kribbelt es schon in den Fingern.

Tag 35: Mein Fernsehfasten forderte sein erstes Opfer: mein Kakibäumchen! Heute früh habe ich mit Schrecken festgestellt, dass es mit hängenden Blättern auf dem Fensterbrett seht. Ich hatte mich noch krampfhaft versucht, zu erinnern, wann ich die Blumen im Wohnzimmer das letzte Mal gegossen habe, wann ich das letzte Mal im Wohnzimmer war. Ich weiß es einfach nicht mehr. Mein Mann meinte tröstend: Wenigstens haben wir Beweisfotos, dass das Bäumchen da war… Ich ärgere mich über mich selbst.

Tag 40: Diese Woche war anstrengend und ich war kurz davor, mich vor den Fernseher zu setzen. Ich wollte mir einen ganz traurigen Film ansehen, der mich sicher zum Heulen gebracht hätte, dann wäre der Ärger und die Wut, die ich mit mir trage, wie weggespült und ich würde emotional von vorne anfangen. Wenn schon einen Heulanfall kriegen, dann zuhause, ohne Zeugen. Das ist allemal besser, als dass es – ausgelöst durch eine Kleinigkeit – in aller Öffentlichkeit zu einem Ausbruch kommt. Aber zum Glück kann ich nächste Woche zuhause arbeiten, vielleicht verraucht mein Ärger auch so.

Tag 43: Heute habe ich zuhause gearbeitet. Zehn Stunden allein in vier Wänden. Da fehlte mir der Fernseher wieder. Mein Mann meint, da ich schon so lange durchgehalten habe, kann ich ja das Fasten auch früher abbrechen, nun weiß ich ja, dass ich das durchhalten kann. Aber ich habe das Gefühl, dass es mir nicht reicht, die Ziellinie zu sehen, ich würde sie gerne auch erreichen. Also halte ich durch und schufte… neben der Arbeit habe ich heute auch ganz viel im Haushalt erledigt, um mich eben abzulenken.

Tag 47: Einerseits habe ich mich mit der neuen Situation (eine ganze Woche nur zuhause zu arbeiten) schnell arrangiert, andererseits war diese Arbeitswoche ja auch sehr kurz und heute ist auch mein Mann zuhause (FREUDE!!!). Das Fernsehen hat mir diese Woche dennoch sehr gefehlt. Also habe ich mehrmals nachgeschaut, wann denn genau die Fastenzeit endet, uns habe bei dieser Recherche entsetzt festgestellt, dass die Sonntage eigentlich fastenfreie Tage sind. Statt mich mit Stolz zu erfüllen, dass ich mehr durchgehalten habe, als ich musste, hat mich diese Erkenntnis eher enttäuscht.

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Unter dem Strich bin ich über diesen Selbstversuch sehr froh. Mir wurde klar, dass ich durchhalten kann, wenn ich will. Ich sollte es also mal mit Sport versuchen. Dass das Leben ohne Fernsehen auch geht, habe ich schon geahnt, und die Kommentare zu der ersten TV-Fasten-Halbzeit haben diese Ahnung nur bekräftigt. Ich fand das sehr ermutigend, dass es doch viele Menschen gibt, die ihr Leben nicht nach dem Fernsehprogramm ausrichten. Jetzt steht auch fest, dass ich nicht fernsehsüchtig bin, aber auch dass ich nie das Fernsehen aufgeben werde. Beides wären Extreme in meinem Leben, die ganz weit von der goldenen Mitte entfernt sind. Am Ostersonntag habe ich ganz lang vor dem laufenden Fernseher gehäkelt und ein Geschwisterchen für das gestreifte Osterhäschen gewerkelt. Das Kakibäumchen hat sich auch wieder erholt und bekommt ganz neue kleine Blätter.

Das kann ich mir nicht vorstellen…

by chaoslady

… hören wir oft als Reaktion darauf, dass wir kein Auto haben. Nach und nach entwickelte sich eine Idee, es einfach zu erzählen, wie unser Leben ohne ein eigenes Auto funktioniert.

Studium

Während des Studiums in Leipzig war alles in der Stadt mit Bus, Straßenbahn oder – für meinen Mann – mit dem Fahrrad leicht erreichbar. Zu unseren Eltern sind wir, so weit es ging, mit dem Zug gefahren und dann mit dem Bus weiter oder wir wurden von ihnen vom nächsten Bahnhof abgeholt. Sie übernahmen für uns auch ab und zu Transporte von sperrigen Sachen. Wir erinnern uns sehr gern daran, dass, als unser Fernseher damals den Geist aufgab und wir einen uralten anderen kostenlos übers schwarze Brett bekamen, wir ihn mit dem Linienbus transportiert haben. Und ein anderes Mal bekam mein Mann von einer Freundin große Lautsprecher und Verstärker geschenkt, die hat er mit einem Taxi nach Hause gebracht.

Umzug nach Hessen

Als wir in Hessen eine Wohnung gesucht haben, hat meine Schwiegermutter uns ihr Auto geliehen. Für den Umzug selbst haben wir einen Transporter gemietet. Viele machen das so. Den Rest des Beitrags lesen »

7 Wochen ohne TV – Halbzeit

by chaoslady

Seit 24 Tagen habe ich nicht mehr ferngeschaut. Meine Erfahrungen habe ich alle paar Tage aufgeschrieben. Da die Hälfte meiner mir selbst auferlegten Fastenzeit rum ist, möchte ich euch von der ersten Halbzeit erzählen:

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Tag 3: Ich bin erstaunt, dass es mir doch nicht so schwer fällt, aufs Fernsehen zu verzichten. Entzugserscheinungen? Fehlanzeige!

Tag 7: Eigentlich schlafe ich immer traumlos bzw. ich habe nie das Gefühl in der Nacht etwas geträumt zu haben. Nun hat sich das geändert. Ich träume viel, bunte und abenteuerliche Sachen. Heute habe ich von einer Schulfreundin geträumt, die ich seit etwa zwanzig Jahren nicht gesehen habe.

Tag 10: Ich bin so stolz auf mich, dass ich das so lange durchgehalten habe. Am schwersten ist die erste Stunde zuhause nach der Arbeit. Am liebsten würde ich mich ja aufs Sofa setzen, kurz abschalten und mich ausruhen, während ich mir irgendeine Reportage oder Aufnahme anschaue (eigentlich höre ich ja mehr hin als dass ich schaue).

Tag 13: Da ich das Wohnzimmer zur Zeit nur betrete, um Blumen zu gießen, habe ich schon seit dreizehn Tagen meine Stricknadeln nicht angefasst. Meine Vorstellung, ohne Fernseher mehr Zeit für mich zu haben, ist wie eine Seifenblase geplatzt. Ich tue jetzt viel mehr für die Arbeit und komme selbst zu kurz. Irgendwie frustrierend. Das muss sich ändern.

Tag 17: Die letzten drei Tage brauchte ich den Fernseher mehr denn je, um den Kopf frei zu bekommen. Aber nichts da. Ein Spaziergang zum Bücherkasten und ein Gang in den Baumarkt haben das auch geschafft, mich auf andere Gedanke zu bringen. Aber heute plagen mich Zahnschmerzen und fürs im Selbstmitleid Suhlen auf dem Sofa vor dem Fernseher finde ich keinen richtigen Ersatz, also schiebe ich den Selbstmitleid zur Seite und arbeite, zur Ablenkung.

Tag 20: Heute ist es ganz schwer. Am Vormittag haben wir bei der Aktion des Verkehrs- und Verschönerungsvereins „Sauberhaftes Langen“ teilgenommen, anschließend haben wir im Baumarkt Rindenmulch, Dünger und Pflanzenerde mit unserem Fahrradanhänger geholt. Wieder zuhause wurden noch Blaubeermuffins gebacken und jetzt habe ich so richtig Lust fernzuschauen. Der TV-Browser zeigt an, dass in Kürze eine Backsendung beginnt… Bleibe ich stark? Klar. Auch wenn das schwerer als sonst ist.

Tag 22: Vielleicht bin ich einfach über den Berg und hänge gar nicht mehr am Fernsehen, aber heute hat mir das kein einziges Mal gefehlt. Es war viel zu tun, ich habe nebenbei ein Hörbuch gehört und mir ging’s gut dabei.

Tag 24: Okay, das Hörbuch geht mir ab und zu auch schon auf die Nerven, aber nur wenn ich beim Zuhören meinen eigenen Gedanken nicht nachgehen kann. Heute bin ich sehr viel meinen eigenen Gedanken nachgegangen und habe kein Radio und kein Hörbuch gehört. Es fühlt sich komisch und zugleich befreiend an, nicht zu wissen, was in der Welt passiert ist. Irgendwie ist meine Welt heute auf mein Zuhause und meine Arbeit zusammengeschrumpft und ich bin mit noch mehr Herz bei allem dabei… Das Fernsehen fehlt mir in der Woche überhaupt nicht.

Nachgedacht: Sauberhaftes Langen

by chaoslady

Eigentlich hatte ich vor, heute nur einen Post „DIY: Badetuchhalter“ zu schreiben. Aber mein Mann und ich haben heute bei der Aktion des Verschönerungs- und Verkehrsvereins „Sauberhaftes Langen: Langen räumt auf“ mitgemacht und ich hatte dabei viel nachgedacht, mich viel geärgert und einiges verurteilt. Aber von Anfang an….

Am Montag war ich auf der Frauenvollversammlung der TU Darmstadt. Das Thema „Frauen zwischen Rollenfalle und Selbstverantwortung“ hat mich hingelockt. Die Thesen und Überlegungen, die dort diskutiert wurden, waren mir nicht neu, aber so konzentriert, einander direkt gegenübergestellt, von „Gleichgesinnten“ auf die Goldwaage gelegt … das war erfrischend und tat gut.

Als mein Mann heute früh vor der Müllsammelaktion die noch leeren Container fotografiert hatte, dachte ich noch: Gute Idee! Ich werde auch darüber posten…

Während ich aber so den Müll sammelte, kam eine These aus der Montagsversammlung in meinem Gedächtnis auf die Oberfläche wieder. Frauen unserer Generation scheinen sehr harmoniebedürftig und gehen den Konfrontationen aus dem Weg. Was mich angeht, ja, ich bin harmoniebedürftig. Das war ich schon immer. Was die Konfrontationen angeht, dank modernen Medien haben sie sich in andere Dimensionen verlagert und ihre Art hat sich gewandelt. Kann man da den einzelnen Frauen vorwerfen, dass sie sich dem Shitstorm nicht gewachsen füllen?

Als ich wieder zuhause war und vor meinem Laptop saß, dachte ich, dass es positiver wäre, Bilder dieser Aktion zu posten und mit gutem Beispiel voranzugehen, dass es harmonischer wäre, die Vorwürfe, die mir auf der Zunge brennen, für mich zu behalten. Aber ich habe mich anders entschieden. Die Welt ist nicht „Friede, Freude, Eierkuchen“ und manchmal muss man auch unbequeme Dinge aussprechen. Also habe ich in meinem Blog zwei neue Kategorien eingeführt: „unbequem“ und „Aufgeben ist nicht drin“. Hier werde ich von unperfekten Situationen, unzufriedenstellenden Lösungen und meinem Beitrag dazu schreiben….

Trotz schlechten Wetters haben heute ganz viele Menschen an der Müllsammelaktion teilgenommen, so etwa 100 (von mittlerweile ca. 37 Tausend Stadteinwohnern!). Mein Mann und ich waren in der Nähe eines Drogeriemarkts und zwei Supermärkten im Einsatz.

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Es lagen unglaublich viele leere Alkoholflaschen herum. Dass es Wodka auch in Plastikflaschen gibt, wusste ich bis heute nicht mal. An einer Stelle lagen ganz viele leere Capri-Sonne-Verpackungen. Am unerklärlichsten waren uns die vollen Hundekotbeutel, die in die Botanik geworfen wurden.

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Ironischerweise fanden wir auch dieses Schild im Gebüsch:

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Es fängt so harmlos an. Ein Taschentuch fallen lassen, nicht aufheben. Ist biologisch abbaubar. Ein Bonbonpapier fallen lassen. Papier verrottet. Man lässt eine Bonbonverpackung aus Plastik fallen. Da liegt schon anderes Bonbonzeug… Bald liegen da auch Coffee-to-go-Becher, Tetrapack, Kümmerlingflaschen und gar verrostete Motorräder:

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