es war einmal… 2.0

Tag: Sachsen

Origamihase

by chaoslady

Im vergangenen Jahr habe ich ein Regenschirmtäschchen von Gusta gewonnen. Sie hat dem Paket eine Notiz auf einem Blatt Bastelpapier beigelegt. Ihrer Empfehlung nach habe ich daraus einen Hasen gebastelt. Er hat zwar keine Schokoladenseite, aber das Basteln selbst hat mir wiedermal unglaublich Spaß gemacht!

Im Treppenhaus hatte ich ein Filmplakat durch ein Hasenbild ersetzt. Das ist nichts weiter als Geschenkpapier… Mein Mann meinte, es fehlt etwas darauf, z.B. Ostereier. Aber mir war danach, das Bild schlicht aussehen zu lassen.

Wie dieses Bild war unser Ostern. Ohne großes Trara, aber sehr nett. Wir haben unsere Eltern besucht. Es war schrecklich kalt und so haben wir ohne schlechtes Gewissen die Zeit miteinander drin verbracht. Da sich das Wetter am Ostersonntag gebessert hatte, waren wir spazieren… ohne Handy oder Kamera. Aber mit Schoko-Vanille- und Johannisbeer-Vanille-Softeis, wilden Enten und einem Besuch im Heimatmuseum Kitzscher! Ein kleines Stadt-Abenteuer so zu sagen…

Bei unserer Heimkehr in Hessen überraschte uns unser Garten, die Krokusse blühten immer noch, die Kuhschelle immer noch nicht. Unsere Feldahornhecke hat erste neue Blätter bekommen und die Kamelie hat unerwartet früh eine erste offene Blüte.

2016-04-01-(3)

Reformationsbrötchen

by chaoslady

Gar nicht erholt sind wir aus Wien zurück, aber wir klagen nicht, denn ein Faulenzurlaub kam für uns von Anfang an nicht in Frage. Aber darüber erzähle ich in einem nächsten Post… Heute wurden erstmal wieder selbst gebackene Reformationsbrötchen genascht:
2015-10-31-ReformationsbroetchenNun ist es wohl endgültig zur Tradition geworden, ich backe uns die Reformationsbrötchen selbst!

Sachsen #4: ein Buch, ein Bild, eine Schlacht

by chaoslady

Fangen wir einfach mit dem Buch an…

Zwar wird die Völkerschlacht bei Leipzig jedes Jahr nachgestellt, aber 2013, zum 200-jährigen Jubiläum, war alles viel lauter, größer und spektakulärer. Das Interesse an dem Schauspiel war groß, so dass die Eintrittskarten schnell ausverkauft waren. Aber mein Bruder und seine Frau waren da und es hat den beiden so gut gefallen, dass sie – noch ganz im Zeichen des Jubiläums – meinem Schatz zu Weihnachten 2013 das Buch „1813 – Kriegsfeuer“ von Sabine Ebert geschenkt haben. Mit einer persönlichen Widmung der Autorin!
Nun fand mein Schatz bis jetzt keine Zeit das Buch zu lesen, dafür aber ich…
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Das Thema hat mich interessiert und das Buch hat mir gut gefallen, trotz der zeitweise unerträglich langen Beschreibungen der Kriegshandlungen, aber, ich glaube, bei so einem Thema kommt man kaum drumherum.
Neben dem Kriegsgeschehen wird das Leben eines jungen Mädchen und der Menschen, die sie umgeben, erzählt. Der Krieg treibt die verwaiste Henriette und ihren Bruder Franz zu ihren Verwandten nach Freiberg. Dort arbeitet sie in der Buchhandlung ihres Onkels, pflegt im Lazarett ohne Unterschied mal Verletzte der französischen Armee, mal der Armee der Alliierten, je nach dem in wessen Hand die Stadt gerade ist. Als die bis dahin größte Schlacht bei Leipzig beginnt, kommt auch Henriette nach Leipzig. Sie hilft in der Thomaskirche aus, die zu einem Lazarett umgewandelt worden ist, sie bringt den Verwundeten zu trinken und tröstet die Sterbenden.
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Wie die Schlacht ausgegangen ist, ist kein Geheimnis. Das Buch endet mit den Verhandlungen der Armeeführer nach der Schlacht.
Im März erschien die Fortsetzung: „1815 – Blutfrieden“. Dieses Buch lese ich gerade…

Seit August 2013 wird in Leipzig auch das Panoramabild „Leipzig 1813 – In den Wirren der Völkerschlacht“ von Yadegar Asisis Namini in einem Gasometer ausgestellt.

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Bis Dezember vergangenen Jahres fand ich keine Zeit hinzugehen. Zu Weihnachten 2014 waren meine Schwiegermutter, mein Schatz und ich da. Das war toll! Am Anfang haben wir eine Führung mitgemacht, die auf das Bild vorbereitet und eingestimmt hat, und dann gingen wir durch ein Türchen in dem Bild hinein. Man schaut sich um und man erkennt Menschen, Häuser, aber die Proportionen und Perspektiven sind verzerrt. Also stiegen wir die Treppe hoch, die zu einer Aussichtsplattform mitten im Gasometer führt. Es ist, als ob man auf dem Dach der Thomaskirche steht und auf eine Stadt im Ausnahmezustand hinunter schaut. Da sind die abziehende Grand Armee, die fliehenden Stadtbewohner, die Rauchsäulen am Horizont… Und dann wird es dunkel und in der Nacht hört man die Soldaten ihre Lieder am Lagerfeuer singen… auf Russisch… Französisch… Hessisch… Die weißen Uniformen leuchten im Mondlicht.

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Nach der Schlacht war der Krieg noch nicht vorbei und das Sterben ging weiter. Es gab keine Medikamente, kein Essen und kein Feuerholz mehr. Johann Daniel Ahlemann (Totengräber auf dem Johannisfriedhof in Leipzig von 1810 bis 1832) erinnerte sich:
„Die zu Gefangenen gemachten Franzosen wurden jetzt auf den Gottesacker gebracht […] Wie Schatten schlichen sie langsam und entkräftet umher, während andere vor Verzweiflung und Hunger brüllten. Manche saßen auf den bereiften Grabhügeln und rupften das noch darauf befindliche grüne Gras, welches sie gierig aßen. […]
Durch die Schrecknisse der vorhergehenden Tage und die verpestete Luft starben viele Einwohner Leipzigs an ansteckenden Krankheiten. Die Sterblichkeit in den Monaten November und Dezember 1813 war so groß, daß ich oft nicht wußte, wie ich die Toten beerdigen sollte, und oft geschah es, daß die für den folgenden Tag mit aller Anstrengung gemachten Gräber von den Soldaten mit ihren Leichen belegt und zugemacht waren.“ [Quelle: „Leipzigs Langes Leben“ von H. Ludwig und B. Weinkauf, Brockhaus Verlag Leipzig, 1982]

Etwa fünfzig Jahre nach der Schlacht wurden zum Gedenken an Orten der wichtigen Kämpfe die sogenannten Apelsteine aufgestellt. Zum hundertjährigen Jahrestag der Völkerschlacht wurden in Leipzig das Völkerschlachtdenkmal und die russische Gedächtniskirche errichtet. Zum Gedenken und als Mahnmal für den Frieden…

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Grüße aus Borna bei Leipzig

by chaoslady

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An diesem (dank einem Brückentag) langen Wochenende besuchen wir unsere Eltern in Sachsen.

Mit meiner Schwiegermama waren wir in Borna lecker essen und da sind in der Stadtmitte Grußkartenmotive auf die Hauswände gemalt. Mir schienen sie aus der Zeit nach den Befreiungskriegen zu sein… Hier ist oben das Völkerschlachtdenkmal abgebildet:
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Das ist das heutige Gymnasium am Teich:
20150514_038Es ist 1873 errichtet worden.

20150514_031Und so sieht der Bornaer Marktplatz aus:

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Auf dem nächsten Bild hält das Mädchen ein Bund Zwiebeln in der Hand. So sendet(e) man Grüße aus der Zwiebelstadt Borna.

20150514_030Kommt euch das Gebäude in der Bildmitte bekannt vor?

Und morgen geht es schon wieder nach Hessen, aber sogar das lange Wochenende ist zu kurz, wenn wir unsere Lieben besuchen.

Sachsen #3: Sachsen ist voller Überraschungen

by chaoslady

Eine Stresswelle auf Arbeit begleitet von fiesen Erkältungen (Mehrzahl!) hatte meine Berichte aus Sachsen im Oktober unterbrochen. Nun da alles wieder in geregelten Bahnen verläuft, mache ich dort weiter, wo ich aufgehört hatte… Wo war ich? Da hatte ich Sachsen zum Knuddeln und Sachsen zum Genießen… Ach ja, ich wurde bei unserem letzten Besuch in Sachsen sehr schön überrascht…

Mit meinen Eltern waren wir im Oktober auf der Burg Gnandstein. Es war seltsam, ich habe elf Jahre in Sachsen gelebt und schon sehr oft von dieser Burg gehört, ich habe sie sogar schon einmal von außen gesehen, war aber noch nie da drin. Bis jetzt.SONY DSC

Die Burg ist uralt aber gut erhalten. Geht man durch die Räume, geht man durch Epochen…
Da ist der Palastsaal aus der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts, heute können hier Paare ganz romantisch ein Bund fürs Leben schließen: SONY DSC
Ich habe mich auf ein Bänkchen am Fenster gesetzt und auf die Stadt unten geschaut… Die mächtigen Mauern sind einerseits respekteinflößend, andererseits friedlich und behaglich.
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Heimelig ist es auch in der Burgküche:
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Im Nordflügel der Burg befindet sich eine kleine helle spätgotische Kapelle aus dem 15. Jahrhundert. SONY DSC
Die Bänke mit den Schnitzereien sind aus dem 16. Jahrhundert.

Vom 15. bis 20. Jahrhundert war die Burg Gnandstein im Besitz der Familie von Einsiedel. Bis zur Enteignung im Zuge der Bodenreform. Es sind einige Portraits der Familie erhalten, diese hier sind aus dem 16. Jahrhundert:
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Die Bilderrahmen sind ein eigenes Kunstwerk!

Unter anderem dank der Sammlung und Schenkung von Margarete Groß gibt es hier auch Ausstellungsstücke aus Barock, Empire und späteren Epochen…

Was mich hier in der Burg so überrascht hat, habe ich ja immer noch nicht gesagt und dabei wartete die erste direkt am Eingang:
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Ganz unten verdeckt vom Moos steht „Theodor Körner“. Nie gehört? Ich schon, aber das ist eine lange Geschichte, für die ich weit ausholen muss: Vor einem Jahr hat mein Schatz ein Buch geschenkt bekommen. „1813 – Kriegsfeuer“, Sabine Ebert. Er wollte es nicht lesen, aber ich. In diesem Buch las ich den Namen Theodor Körner zum ersten Mal. Da ich sehr neugierig gewesen bin, was das für ein Mädchenschwarm aus dem 19. Jahrhundert ist, habe ich ihn auch „gegoogelt“. Bei einem Angriff der Württemberger/Franzosen auf den Lützowschen Freikorps wurde der junge Dichter schwer verletzt und reiste zur Genesung nach Karlsbad mit einem kurzen Halt bei seiner Pflegeschwester Julie von Einsiedel auf Burg Gnandstein. Daran erinnert dieser Stein mit seiner Inschrift…

Und außerdem ist da noch dieses Sofa:

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Das hat mit einem anderen Buch, das ich in diesem Jahr gelesen habe, zu tun. Ich las im Sommer eine Nitzsche-Biografie, in ihr ging der Autor Ivo Frenzel viel auf Nietzsches Beziehung zur Richard und Cosima Wagner ein. Als Wagner seine Nichte Lina besucht hat, soll er oft auf diesem Sofa gelegen haben. Das war zwar nicht auf der Burg Gnandstein, aber dieses Sofa gehört auch zu der bereits oben erwähnten Sammlung und Schenkung von Margarete Groß und wird hier ausgestellt, zusammen mit anderen Möbeln und den Portraits der Familie Groß.

Diese kleine versteckt gelegene Burg birgt bestimmt noch mehr Überraschungen, die es beim nächsten Besuch zu entdecken gibt…

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