Sachsen: Grimma

Als mein Mann und ich zu Weihnachten wieder in Sachsen waren, haben wir uns mit meiner Freundin in Grimma getroffen. Leipzig wäre ihr zwar lieber gewesen, aber wir waren noch nie in Grimma und so habe ich sie dazu überredet. Außerdem konnten wir zwei neue Buslinien für unsere Hin- und Rückfahrt ausprobieren.

Obwohl das Wetter an dem Tag bescheiden war, hat sich uns Grimma im schönen Licht präsentiert. Meine Freundin kennt sich hier aus und hat uns in der Altstadt herumgeführt.

Wir haben uns nett unterhalten und gleichzeitig die Häuser bewundert, die nach dem letzten verheerenden Hochwasser wieder wunderschön aussehen. Als ich die Markierungen sah, wie hoch das Wasser das letzte Mal stand, stockte mir der Atem.

Der Fluss vor uns war ganz ruhig, seine Oberfläche spiegelglatt. Für die Einwohner von Grimma hat er wohl viele Gesichter. Mit meiner Freundin haben wir ausgemacht uns im Sommer hier nochmal zu treffen, um einen längeren Spaziergang auf dem anderen Ufer zu machen. Hoffentlich klappt es, dass auch ihre Familie mitmacht.

Reformationsbrötchen

In diesem Jahr habe ich keine Reformationsbrötchen selbst gebacken. Dafür gab es gekaufte.

Diese sind nicht wie sonst mit Zuckerglasur bestrichen, sondern mit Zucker bestreut, haben aber trotzdem wunderbar geschmeckt!

Origamihase

Im vergangenen Jahr habe ich ein Regenschirmtäschchen von Gusta gewonnen. Sie hat dem Paket eine Notiz auf einem Blatt Bastelpapier beigelegt. Ihrer Empfehlung nach habe ich daraus einen Hasen gebastelt. Er hat zwar keine Schokoladenseite, aber das Basteln selbst hat mir wiedermal unglaublich Spaß gemacht!

Im Treppenhaus hatte ich ein Filmplakat durch ein Hasenbild ersetzt. Das ist nichts weiter als Geschenkpapier… Mein Mann meinte, es fehlt etwas darauf, z.B. Ostereier. Aber mir war danach, das Bild schlicht aussehen zu lassen.

Wie dieses Bild war unser Ostern. Ohne großes Trara, aber sehr nett. Wir haben unsere Eltern besucht. Es war schrecklich kalt und so haben wir ohne schlechtes Gewissen die Zeit miteinander drin verbracht. Da sich das Wetter am Ostersonntag gebessert hatte, waren wir spazieren… ohne Handy oder Kamera. Aber mit Schoko-Vanille- und Johannisbeer-Vanille-Softeis, wilden Enten und einem Besuch im Heimatmuseum Kitzscher! Ein kleines Stadt-Abenteuer so zu sagen…

Bei unserer Heimkehr in Hessen überraschte uns unser Garten, die Krokusse blühten immer noch, die Kuhschelle immer noch nicht. Unsere Feldahornhecke hat erste neue Blätter bekommen und die Kamelie hat unerwartet früh eine erste offene Blüte.

2016-04-01-(3)

Reformationsbrötchen

Gar nicht erholt sind wir aus Wien zurück, aber wir klagen nicht, denn ein Faulenzurlaub kam für uns von Anfang an nicht in Frage. Aber darüber erzähle ich in einem nächsten Post… Heute wurden erstmal wieder selbst gebackene Reformationsbrötchen genascht:
2015-10-31-ReformationsbroetchenNun ist es wohl endgültig zur Tradition geworden, ich backe uns die Reformationsbrötchen selbst!

Sachsen #4: ein Buch, ein Bild, eine Schlacht

Fangen wir einfach mit dem Buch an…

Zwar wird die Völkerschlacht bei Leipzig jedes Jahr nachgestellt, aber 2013, zum 200-jährigen Jubiläum, war alles viel lauter, größer und spektakulärer. Das Interesse an dem Schauspiel war groß, so dass die Eintrittskarten schnell ausverkauft waren. Aber mein Bruder und seine Frau waren da und es hat den beiden so gut gefallen, dass sie – noch ganz im Zeichen des Jubiläums – meinem Schatz zu Weihnachten 2013 das Buch „1813 – Kriegsfeuer“ von Sabine Ebert geschenkt haben. Mit einer persönlichen Widmung der Autorin!
Nun fand mein Schatz bis jetzt keine Zeit das Buch zu lesen, dafür aber ich…
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Das Thema hat mich interessiert und das Buch hat mir gut gefallen, trotz der zeitweise unerträglich langen Beschreibungen der Kriegshandlungen, aber, ich glaube, bei so einem Thema kommt man kaum drumherum.
Neben dem Kriegsgeschehen wird das Leben eines jungen Mädchen und der Menschen, die sie umgeben, erzählt. Der Krieg treibt die verwaiste Henriette und ihren Bruder Franz zu ihren Verwandten nach Freiberg. Dort arbeitet sie in der Buchhandlung ihres Onkels, pflegt im Lazarett ohne Unterschied mal Verletzte der französischen Armee, mal der Armee der Alliierten, je nach dem in wessen Hand die Stadt gerade ist. Als die bis dahin größte Schlacht bei Leipzig beginnt, kommt auch Henriette nach Leipzig. Sie hilft in der Thomaskirche aus, die zu einem Lazarett umgewandelt worden ist, sie bringt den Verwundeten zu trinken und tröstet die Sterbenden.
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Wie die Schlacht ausgegangen ist, ist kein Geheimnis. Das Buch endet mit den Verhandlungen der Armeeführer nach der Schlacht.
Im März erschien die Fortsetzung: „1815 – Blutfrieden“. Dieses Buch lese ich gerade…

Seit August 2013 wird in Leipzig auch das Panoramabild „Leipzig 1813 – In den Wirren der Völkerschlacht“ von Yadegar Asisis Namini in einem Gasometer ausgestellt.

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Bis Dezember vergangenen Jahres fand ich keine Zeit hinzugehen. Zu Weihnachten 2014 waren meine Schwiegermutter, mein Schatz und ich da. Das war toll! Am Anfang haben wir eine Führung mitgemacht, die auf das Bild vorbereitet und eingestimmt hat, und dann gingen wir durch ein Türchen in dem Bild hinein. Man schaut sich um und man erkennt Menschen, Häuser, aber die Proportionen und Perspektiven sind verzerrt. Also stiegen wir die Treppe hoch, die zu einer Aussichtsplattform mitten im Gasometer führt. Es ist, als ob man auf dem Dach der Thomaskirche steht und auf eine Stadt im Ausnahmezustand hinunter schaut. Da sind die abziehende Grand Armee, die fliehenden Stadtbewohner, die Rauchsäulen am Horizont… Und dann wird es dunkel und in der Nacht hört man die Soldaten ihre Lieder am Lagerfeuer singen… auf Russisch… Französisch… Hessisch… Die weißen Uniformen leuchten im Mondlicht.

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Nach der Schlacht war der Krieg noch nicht vorbei und das Sterben ging weiter. Es gab keine Medikamente, kein Essen und kein Feuerholz mehr. Johann Daniel Ahlemann (Totengräber auf dem Johannisfriedhof in Leipzig von 1810 bis 1832) erinnerte sich:
„Die zu Gefangenen gemachten Franzosen wurden jetzt auf den Gottesacker gebracht […] Wie Schatten schlichen sie langsam und entkräftet umher, während andere vor Verzweiflung und Hunger brüllten. Manche saßen auf den bereiften Grabhügeln und rupften das noch darauf befindliche grüne Gras, welches sie gierig aßen. […]
Durch die Schrecknisse der vorhergehenden Tage und die verpestete Luft starben viele Einwohner Leipzigs an ansteckenden Krankheiten. Die Sterblichkeit in den Monaten November und Dezember 1813 war so groß, daß ich oft nicht wußte, wie ich die Toten beerdigen sollte, und oft geschah es, daß die für den folgenden Tag mit aller Anstrengung gemachten Gräber von den Soldaten mit ihren Leichen belegt und zugemacht waren.“ [Quelle: „Leipzigs Langes Leben“ von H. Ludwig und B. Weinkauf, Brockhaus Verlag Leipzig, 1982]

Etwa fünfzig Jahre nach der Schlacht wurden zum Gedenken an Orten der wichtigen Kämpfe die sogenannten Apelsteine aufgestellt. Zum hundertjährigen Jahrestag der Völkerschlacht wurden in Leipzig das Völkerschlachtdenkmal und die russische Gedächtniskirche errichtet. Zum Gedenken und als Mahnmal für den Frieden…

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