es war einmal… 2.0

Tag: Kleinstadtleben

Das kann ich mir nicht vorstellen…

by chaoslady

… hören wir oft als Reaktion darauf, dass wir kein Auto haben. Nach und nach entwickelte sich eine Idee, es einfach zu erzählen, wie unser Leben ohne ein eigenes Auto funktioniert.

Studium

Während des Studiums in Leipzig war alles in der Stadt mit Bus, Straßenbahn oder – für meinen Mann – mit dem Fahrrad leicht erreichbar. Zu unseren Eltern sind wir, so weit es ging, mit dem Zug gefahren und dann mit dem Bus weiter oder wir wurden von ihnen vom nächsten Bahnhof abgeholt. Sie übernahmen für uns auch ab und zu Transporte von sperrigen Sachen. Wir erinnern uns sehr gern daran, dass, als unser Fernseher damals den Geist aufgab und wir einen uralten anderen kostenlos übers schwarze Brett bekamen, wir ihn mit dem Linienbus transportiert haben. Und ein anderes Mal bekam mein Mann von einer Freundin große Lautsprecher und Verstärker geschenkt, die hat er mit einem Taxi nach Hause gebracht.

Umzug nach Hessen

Als wir in Hessen eine Wohnung gesucht haben, hat meine Schwiegermutter uns ihr Auto geliehen. Für den Umzug selbst haben wir einen Transporter gemietet. Viele machen das so. Den Rest des Beitrags lesen »

Nachgedacht: Sauberhaftes Langen

by chaoslady

Eigentlich hatte ich vor, heute nur einen Post „DIY: Badetuchhalter“ zu schreiben. Aber mein Mann und ich haben heute bei der Aktion des Verschönerungs- und Verkehrsvereins „Sauberhaftes Langen: Langen räumt auf“ mitgemacht und ich hatte dabei viel nachgedacht, mich viel geärgert und einiges verurteilt. Aber von Anfang an….

Am Montag war ich auf der Frauenvollversammlung der TU Darmstadt. Das Thema „Frauen zwischen Rollenfalle und Selbstverantwortung“ hat mich hingelockt. Die Thesen und Überlegungen, die dort diskutiert wurden, waren mir nicht neu, aber so konzentriert, einander direkt gegenübergestellt, von „Gleichgesinnten“ auf die Goldwaage gelegt … das war erfrischend und tat gut.

Als mein Mann heute früh vor der Müllsammelaktion die noch leeren Container fotografiert hatte, dachte ich noch: Gute Idee! Ich werde auch darüber posten…

Während ich aber so den Müll sammelte, kam eine These aus der Montagsversammlung in meinem Gedächtnis auf die Oberfläche wieder. Frauen unserer Generation scheinen sehr harmoniebedürftig und gehen den Konfrontationen aus dem Weg. Was mich angeht, ja, ich bin harmoniebedürftig. Das war ich schon immer. Was die Konfrontationen angeht, dank modernen Medien haben sie sich in andere Dimensionen verlagert und ihre Art hat sich gewandelt. Kann man da den einzelnen Frauen vorwerfen, dass sie sich dem Shitstorm nicht gewachsen füllen?

Als ich wieder zuhause war und vor meinem Laptop saß, dachte ich, dass es positiver wäre, Bilder dieser Aktion zu posten und mit gutem Beispiel voranzugehen, dass es harmonischer wäre, die Vorwürfe, die mir auf der Zunge brennen, für mich zu behalten. Aber ich habe mich anders entschieden. Die Welt ist nicht „Friede, Freude, Eierkuchen“ und manchmal muss man auch unbequeme Dinge aussprechen. Also habe ich in meinem Blog zwei neue Kategorien eingeführt: „unbequem“ und „Aufgeben ist nicht drin“. Hier werde ich von unperfekten Situationen, unzufriedenstellenden Lösungen und meinem Beitrag dazu schreiben….

Trotz schlechten Wetters haben heute ganz viele Menschen an der Müllsammelaktion teilgenommen, so etwa 100 (von mittlerweile ca. 37 Tausend Stadteinwohnern!). Mein Mann und ich waren in der Nähe eines Drogeriemarkts und zwei Supermärkten im Einsatz.

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Es lagen unglaublich viele leere Alkoholflaschen herum. Dass es Wodka auch in Plastikflaschen gibt, wusste ich bis heute nicht mal. An einer Stelle lagen ganz viele leere Capri-Sonne-Verpackungen. Am unerklärlichsten waren uns die vollen Hundekotbeutel, die in die Botanik geworfen wurden.

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Ironischerweise fanden wir auch dieses Schild im Gebüsch:

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Es fängt so harmlos an. Ein Taschentuch fallen lassen, nicht aufheben. Ist biologisch abbaubar. Ein Bonbonpapier fallen lassen. Papier verrottet. Man lässt eine Bonbonverpackung aus Plastik fallen. Da liegt schon anderes Bonbonzeug… Bald liegen da auch Coffee-to-go-Becher, Tetrapack, Kümmerlingflaschen und gar verrostete Motorräder:

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Selbstverteidigung

by chaoslady

Bevor ihr eure Gedanken eine falsche Richtung einschlagen, erkläre ich mal, wie ich zu dem Schnupperkurs in Selbstverteidigung kam. Für meinen Schatz. Seine Freunde haben ihm vorgeschwärmt, dass so ein Kurs Spaß macht und er wurde neugierig. Aber immer wenn ein neuer neuer Kurs begann, setzte er andere Prioritäten. Nun habe ich gedacht, wenn wir uns beide einschreiben, würden die Wahrscheinlichkeit steigen, dass wir das auch tatsächlich durchziehen. So kam es auch.

Ein Paar Tage vor dem Kursbeginn, meinte meine Mutter, ich würde den Kurs nicht bis zum Ende mitmachen, denn ich habe keine Ahnung wie viele blaue Flecken man da bekommt. Eine trotzige innere Stimme in mir sagte so was wie „das werden wir ja sehen!“.

Mit den blauen Flecken hatte sie vollkommen Recht. Und auch wenn ich nicht aus Zucker bin, hatte ich nach der ersten Stunde wirklich keine Lust mehr. Da prallten einfach Welten aufeinander. Bücherwurm trifft Sportlehrer! Ich fühlte mich in meine Schulzeit zurückversetzt und hatte keine Lust mir das nochmal anzutun, indem ich den Kurs weiter mache.

Die blauen Flecken auf meiner rechten Hand taten in der ersten Woche so weh, dass wir zu hause alles mit links geübt haben. Durch die selbstständigen Übungen zu hause haben sich meine Gefühle dem Kursleiter gegenüber etwas gelegt und eine Woche später ließ ich mich von meinem Mann dazu überreden, wieder mitzukommen. Wir haben uns ausgemacht, den Unterricht ernster zu nehmen als beim ersten Mal und es lief tatsächlich besser. Und das jedes Mal.

Gestern war die vierte und letzte Stunde des Schnupperkurses und diesmal habe ich gar keine neuen blauen Flecken bekommen. Aber der Einladung des Kursleiters an einem umfassenden Kurs teilzunehmen, werde ich nicht folgen.

Ich habe Einiges aus diesem Kurs mitgenommen. Auf meinen Fluchtinstinkt zu hören und mich auf meinen Selbsterhaltungstrieb zu verlassen. Und die Übungen selbst, das ist klar. Und wir werden sie weiterhin ab und zu wiederholen. Am Anfang waren das einfach sportliche Übungen, aber gestern habe ich mich dabei erwischt, dass ich beim Üben dachte: „Wenn ich den Angreifer so abwehre, dann muss ich schnell weglaufen, bevor er wieder aufsteht.“ Oder als der Lehrer uns gestern eine neue Übung gezeigt hatte und mich in der Mangel hatte, habe ich mich gewehrt, was ich in den ersten Stunden nie gemacht hätte. Auf seine eigene Art konnte uns letztendlich doch sehr gut vermitteln, dass, auch wenn unsere eigene Welt rosarot sei, wir für einen Ernstfall trainieren würden.

Möge dieser Ernstfall nie eintreffen!

Das fürstliche Gartenfest Schloss Wolfsgarten

by chaoslady

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Zwei Mal im Jahr werden die Tore von Schloss Wolfsgarten für Besucher geöffnet. Und bis letzten Sonntag zählten wir nie zu diesen. Wie das? Wissen wir auch nicht so genau. Aber wichtig ist doch, dass es diesmal geklappt hat.

Den ganzen Weg zum Schloss Wolfsgarten drehten sich meine Gedanken um unseren Garten, seine Umgestaltung, neue Beete und Co. Mein Schatz redete von dem, was ihn gerade bewegte. Und ich musste zugeben, dass diesmal ich diejenige war, die nicht zuhörte. Als wir die ersten Staudenaussteller um uns hatten, stand es noch schlimmer um mich… WILL ICH HABEN!!! AAAAAALLES!!! ging mir da nur durch den Kopf.

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Wohin das Auge blickte, gab es was des Gärtners Herz begehrt, Stauden, Gräser, Kräuter, Sträucher, aber auch Gartendekoration und -möbel, Rasenmäher und Wasserspiele, Töpfe und Klettergerüste, Blumensamen und sogar Klamotten.

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Man konnte hier Neues lernen, Ideen sammeln und Leckeres naschen. Unter den Gleichgesinnten haben wir im Schloßpark einen wunderbaren Nachmittag verbracht und gingen nicht mit leeren Händen nach Hause.

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Entenrennen im Freibad

by chaoslady

Der heutige Tag fing mit einem herrlichen Sonnenschein und blauen Himmel an und da dachten wir schon, die Meteorologen haben sich mal wieder geirrt und das Entenrennen würde nicht ins Wasser fallen. Aber nach und nach zogen die Wolken auf. Auf dem Weg zum Entenrennen, gegen Mittag – eine gelbe Badeente in der Handtasche – brauchten wir bereits einen Regenschirm…

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Die süßen Badeenten konnte man in den letzten Wochen in der ganzen Stadt, beim Fleischer sowie in der Buchhandlung kaufen. Wir haben unsere auf dem Stadtfest am vergangenen Wochenende erstanden. Die netten Verkäufer haben für mich eine mit „33“ in der Startnummer ausgesucht.

Das Rennen selbst fand im Freibad statt. Wasser wohin das Auge blickt.

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Aber neben dem sportlichen Wettbewerb, bei dem man das gelbe Geflügel der höheren Macht des Wasserstrudels überließ, gab es auch ein ästhetisches Wettrennen, bei dem nichts dem Zufall überlassen wurde. Die Entchen hier wurden herausgeputzt und geschickt in Szene gesetzt. Jeder Besucher konnte eine Stimme für eine Schönheit abgeben, aber die haben es einem nicht leicht gemacht, denn alle sie haben bezaubernd und originell ausgesehen.

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Da wir nicht bis zum Ende des Rennens da geblieben sind, wissen wir nicht ob unsere Ente gewonnen hat. Aber darum ging es uns auch nicht, denn die Veranstaltung war schön anzusehen, die Atmosphäre hier war herzlich und der Verkauf der Enten diente einem guten Zweck.

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