Kaffee-Konfitüre

Um unsere Vorräte wieder etwas aufzufüllen, habe ich in diesem Jahr wieder verschiedene Konfitüren gemacht. Banane- und Kirsch-Banane-Konfitüre. Aprikosen-Honigmelone- und Birnenkonfitüre. Mango-Bananen-Konfitüre mit Kokosraspeln. Alles total lecker!

Als letztes habe ich aber etwas ganz neues ausprobiert, eine Konfitüre aus Bananen, Orangensaft und Kaffee. Ich habe schon Konfitüren aus Tomaten und aus roter Bete gemacht, aber das ist die verrückteste von allen, denn ich musste geschlagene zwei Stunden am Herd stehen und rühren… Da ich mit so einer Art von Konfitüre keine Erfahrung habe, bleibe ich skeptisch, was die Haltbarkeit angeht. Aber noch sehen alle Gläser gut aus:

Gartenjahr 2021: Kamelie

Hinter dem Türchen Nr. 18 verbarg sich in meinem Fernweh-Adventskalender 2019 die Frucht einer Kamelie, die ich in Japan fotografiert hatte. Damals ging ich davon aus, dass die Kamelie in unserem Garten nie Früchte tragen wird, und tat ihr damit unrecht. Es freut mich riesig, dass ich mich geirrt habe. Im Sommer hatte ich drei Früchte entdeckt und kontrollierte ihren Zustand regelmäßig:

Wohin es führen wird, war mir nicht klar. Ab und zu hatte ich mich gefragt, ob die Früchte auch im Winter auf dem Strauch bleiben werden. Da ich unsere Kamelie zu einem Bäumchen heranziehe, ist sie nun wirklich zu groß, um sie im Winter abzudecken. Heute habe ich entdeckt, dass zwei der drei Früchte aufgeplatzt sind:

Das ist ein Zeichen dafür, dass die Samen in der Frucht reif sind. Eine habe ich abgenommen und aufgemacht. Darin waren mehrere nicht entwickelte Samen und ein sehr gut entwickelter Same:

Eigentlich wäre es logisch, zu überlegen, was ich damit machen soll, aber so weit bin ich noch nicht. Gerade genieße ich es, dass unsere Kamelie diese Entwicklungsstufe erreicht hat. Das ist ihr erster Kern. Das ist ein Erfolg an sich. Ganz gleich, ob er zum Keimen gebracht werden kann oder wird…

Hessen: Führung durch das Schlosshotel

Die zweite Führung aus der Broschüre „Tage der Industriekultur Rhein-Main 2021“, für die mein Mann uns angemeldet hat, fand in Kronberg statt. Einige Zeit lang stand es um unsere Teilnahme schlecht. Kurz bevor wir uns auf den Weg gemacht haben, gab es ein Gewitter. Die Anschluss-S-Bahn, in die wir hätten in Frankfurt Süd umsteigen müssen, war ausgefallen und die nächste kam erst eine halbe Stunde später. Als wir in Kronberg ankamen, regnete es wieder, also liefen wir im strömenden Regen bergauf vom Bahnhof zum Schlosshotel. Aber wir hatten auch unendliches Glück. Als wir am Hotel mit zehnminütigen Verspätung ankamen, hörte der Regen auf und die Führung würde erst jetzt beginnen. Geschafft!

Unsere Gruppe wurde von Dr. Astrid Gräfin von Luxburg durch das Hotel geführt. Wir durften nicht nur schauen, lauschen und staunen, sondern auch mitmachen. Das Wissen der Gruppe wurde auf die Probe gestellt, aber wir haben uns gut geschlagen. Jeder wusste ein bisschen und unsere Gästeführerin ganz viel, und sie vermittelte uns ihr Wissen auf eine so charmante Art, dass ich einfach hingerissen war.

Das heutige Schlosshotel wurde ursprünglich als Witwensitz der deutschen Kaiserin Victoria (bitte nicht mit ihrer Mutter der englischen Königin Victoria verwechseln!) Ende des 19. Jahrhunderts erbaut. Das modernste Schloss seiner Zeit mit ganz viele Annehmlichkeiten für seine Bewohner. Damals wie heute.

Dieses Schloss, nun Schlosshotel, ist kein Denkmal. Das bewahrt zwar Erinnerungen auf, aber es entwickelt sich auch weiter. Das ist die Geschichte und die Gegenwart zugleich. Wie sonst kann man es beschreiben, wie es sich anfühlt in einem Zimmer zu stehen, in dem eine deutsche Kaiserin, die mir sympathisch ist, einst gearbeitet und später auch gestorben ist, wo von ihr gezeichnete Portraits ihrer Kinder hängen? Überhaupt hängen im gesamten Hotel mehrere Portraits der kaiserlichen Verwandten, über den Kaminen sind Familienwappen gezeichnet. Beim Anblick des sächsischen Wappens schlägt mein Herz immer einen Tick schneller, hier war es nicht anders.

Der Schwerpunkt der Führung lag bei der Technik und der technischen Entwicklung. Klar war das alles interessant: die Aufzüge, die Heizung, die Belüftung, die Elektrizität – aber… Meine Vorstellungskraft war nicht zu bremsen. Beim Betreten und Verlassen der Räume, beim Wandeln durch die Gänge und auf den Treppen versuchte ich mir vorzustellen, wie hier das alltägliche Leben von Victoria mit all diesen technischen Errungenschaften ablief, und unsere Gästeführerin geizte nicht mit Einzelheiten und Geschichten über „unsere Vicky“, die es meiner Phantasie ganz leicht machten.

Es ist eine Sache, über das Leben der Kaiserin Friedrich zu lesen, aber eine ganz andere, den gleichen Kamin in ihrem Arbeitszimmer zu betrachten, das gleiche Treppengelänger anzufassen und aus dem gleichen Fenster zu schauen, wie sie es vor mehr als einem Jahrhundert getan hatte… Nein, es ist nicht so, als ob man selbst dabei gewesen wäre :-D Es ist total schön, das alles heute noch sehen zu können, weil es geschätzt und erhalten wird.

Das war eine schöne Führung! Ich bin begeistert! Mein Mann ist froh, dass ich begeistert bin ;-)

Gartenjahr 2021: Tomaten und Kürbis

Eigentlich wollten wir in diesem Jahr gar kein Gemüse anbauen, aber eines Tages im Frühjahr brachte mein Mann vier Tomatenpflanzen und zwei Kürbispflanzen vom Wochenmarkt mit. Wir haben sie eingepflanzt und fleißig gegossen. Nun sieht es mit unserem Gemüse so aus, dass alle Tomatenpflanzen der Braunfäule zum Opfer gefallen sind. Wir konnten aber zu Beginn zwei Mal Tomaten ernten und haben Salat daraus gemacht. Ist das nicht seltsam? All die Jahre hatten unsere Tomaten nie Braunfäule und wir eigentlich immer Glück mit unseren Tomaten. Was ist nur in diesem Jahr anders gelaufen? Besonders schade ist es, weil an den Tomatenpflanzen wirklich viele und große Tomaten gewachsen sind. Aber da war nichts zu retten. Von unseren Kürbispflänzchen haben wir schon einen Kürbis geerntet und da hängt noch einer dran, er ist noch nicht so groß wie der erste, also bleibt er noch an der Pflanze.

Prachtvoll sieht er aus und brachte stolze 2,2 kg auf die Waage!

Hessen: Sammlung Historischer Elektrogeräte Darmstadt

Die erste Führung aus der Broschüre „Tage der Industriekultur Rhein-Main 2021“, für die mein Mann uns angemeldet hat, war durch die Sammlung historischer Elektrogeräte Darmstadt (SHEDA) mit Herrn Hirz. Außer uns war noch ein Teilnehmer da und so hat Herr Hirz nur uns drei durch sein fantastisches Reich geführt.

Wir haben uns ganz nah die elektrischen Geräte der letzten 100 Jahre anschauen können. Es waren Haushaltsgeräte, Geräte für kosmetische Pflege für Mann und Frau, Unterhaltungs- und Bürotechnik… Habe ich etwas vergessen? Bestimmt, denn es gabt hier so viel zu sehen, dass ich einfach nicht aus dem Staunen kam.

Herr Hirz hat uns in zwei Stunden durch die hundertjährige Geschichte von HEAG, später HSE und nun ENTEGA geführt. Er erzählte von der Mitwirkung von HEAG an der Entwicklung und Verbesserung der elektrischen Geräte, aus seinen eigenen Erfahrungen im Unternehmen und auch kleine Anekdoten aus dem Berufsleben. Was für eine unerschöpfliche Quelle an Geschichtswissen und Erinnerungen! Man merkt gleich, sein Herz schlägt für diese Sammlung und das ist ansteckend.

Bis zu dieser Führung war mir zum Beispiel nicht bewusst aufgefallen, dass die Kühlschränke meiner Kindheit keine Ablagefächer in der Tür hatten. Die Isolierung hat sich verbessert! Aber habe ich das so wahrgenommen? Als technische Errungenschaft? Als Entwicklung? Irgendwie nicht. Ich fand es einfach nur toll und sehr praktisch. Aber natürlich gibt es hier auch ein paar Geräte, die sich zum Glück nicht durchgesetzt haben, weil sie wahre Stromfresser waren.

Die Sammlung ist so umfassend, dass sogar ich, die die ersten sechzehn Jahre meines Lebens nicht in Deutschland verbracht hatte, ganz viele elektrische und nicht elektrische Geräte gefunden habe, die mein Herz höher schlagen ließen, weil sie Erinnerungen geweckt hatten. Ein Diafilmprojektor! Hattet ihr auch einen in eurer Kindheit? Bild für Bild haben mein Bruder und ich die Filme vorgespult und die Geschichten laut vorgelesen. Einen Tauchsieder! Kennt noch jemand, was das ist? Nein? In einem Plastikeimer kann man ja so einen Tauchsieder auch wirklich schlecht einsetzen. Ein echtes Butterfass! Wie genial ist das denn! Von Waffeleisen, Fleischwolf und Samowar ganz zu schweigen. Meinem Mann und dem dritten Teilnehmer der Führung ging es ähnlich, nur blieben sie an anderen Geräten hängen als ich :-)

Eigentlich glaube ich, dass jeder Mensch hier seine eigene „Schätzchen“ entdecken wird. Sei es die Wäscheschleuder wie bei der Großmutter, der elektrische Rasierer wie beim Vater früher, die Kaffeemaschine wie bei den Schwiegereltern oder die Steckdosen wie in der ersten eigenen Wohnung ;-) Die Führung durch diese Sammlung ist wie eine kleine Zeitreise.