es war einmal… 2.0

Tag: Ausflug

Fieber

by chaoslady

Eigentlich habe ich mir für dieses Jahr fest vorgenommen, jede Woche zu posten und nicht für längere Zeit zu verschwinden. Aber mich hat das Fieber gepackt. Eishockey-Fieber!

Seit ich vor Jahren erfahren habe, dass „bald“ eine Eishockey-WM in Deutschland stattfinden wird, wartete ich sehr ungeduldig darauf. Ich wollte unbedingt dabei sein. Ich meine, wie unglaublich toll ist das denn, eine Eishockey-WM hier bei uns!

Bereits letzten Herbst habe ich die Karten gekauft. Meine Begeisterung kann ich nicht in Worte fassen, ich hatte die Karten für den ersten Tag der WM in Köln. Was soll an diesem Tag so besonders sein? Die Teams, die in Lanxess Arena spielen würden. Schweden gegen Russland. USA gegen Deutschland. Wäre das kanadische Team dabei, wäre das wie Weihnachten, Geburtstag und Ostern an einem Tag, aber die Kanadier spielten in Paris. Also nur Weihnachten und Ostern…

Die Atmosphäre in Köln war super. Vor dem Kölner Dom machten Fans verschiedener Ländern Selfies. In der Arena saßen die meisten Fans durcheinander. Das hat mir so gut gefallen. Man teilte Freude mit den Nachbarn, ob es ihnen gerade danach war oder nicht. Das war ein gutes Gefühl! Ich finde das so wichtig, diese Freude weiter zu geben und auch anzunehmen, wenn sich gerade dein Nachbar freut. Es ist ein Sportereignis! Ein Spiel, in dem der Beste gewinnt, auch wenn das nicht unbedingt das eigene Team ist!

Auch wenn ich das erste Spiel (RUS – SWE) für ein Gruppenkuscheln hielt, weil ich der Meinung war, beide Teams haben mehr drauf, war es genial, mit den anderen Fans lauthals „Шайбу“ zu schreien und meinen Mann dabei zu beobachten, wie er mit den anderen schwedischen Fans jubelte. Ich freute mich ja, selbst so sehr für Schweden.

Nach dem Spiel machten russischen und schwedischen Fans gemeinsame Selfies vor der Arena und feierten das schöne Spiel.

Die Eröffnungsveranstaltung war zwar kurz, aber dieser Sportart sehr angemessen, mit Stolz, Ausdruckskraft und auch etwas Humor.

Das zweite Spiel (GER – USA) hat einen einfach mitgerissen. Es waren auch ganz viele Deutschlandfans dabei. Wen wundert’s bei einer Heim-WM?

Was ich bei diesem Spiel überhaupt nicht leiden konnte, dass das USA-Team von den Deutschlandfans ausgepfiffen wurde. Das entspricht nicht meiner Vorstellung von Sportgeist, Fairness und Gastfreundschaft. Was für ein Gastgeberbild hinterlässt es bei unseren Gästen? Außerdem wertet das nicht nur den Gegner ab, sondern auch den eigenen Sieg. Denn wenn der Gegner so schwach ist, dass er nicht mal unseren Respekt verdient, was ist dann noch der Sieg gegen diesen Gegner wert? Schon mal darüber nachgedacht?

So ein verrückter Fan, wie es sich anhört, bin ich nicht, aber ich strahlte wie eine 150 Watt Glühbirne, als nach dem ersten Spiel die russische und nach dem zweiten Spiel die deutsche Fahnen gehisst wurden. Welche Hymne ich gesungen habe? Beide. Unpatriotisch? Vielleicht, aber beide gehören unabänderbar zu mir…

Deutschland ist nur bis Viertelfinale gekommen. Das rechnen ich unserem Team groß an. Das ist eine starke Leistung. Und das allerletzte Tor von Deutschland in diesem Turnier (gegen Kanada) ist so viel Wert wie 10.

Russland wird heute nur um Platz drei spielen. Ich fiebere natürlich wieder mit!

Schweden und Kanada werden die Plätze eins und zwei unter sich aufteilen. Möge der Bessere gewinnen!

Melibokus

by chaoslady

Sieht man heute aus den Fenster, mag man kaum glauben was für ein herrliches sonniges Wetter wir am Sonntag hatten, so tief hängen die grauen Regenwolken. Dafür dass die Wanderung am Sonntag schon vor Langem ausgemacht war, hatten wir echt Glück mit dem Wetter.

Es ging mit Freunden in den Odenwald. Klar ist es nicht unsere erste Wanderung dorthin gewesen, aber auf dem Melibokus waren wir bis jetzt nie.

Gestartet in Zwingenberg gingen wir zuerst – laut unserem Wanderführer – „durch das Rebland“, naschten ein paar süße Weintrauben, aber wirklich nur ein paar, und redeten über dies und das.

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Eine andere Sehenswürdigkeit auf unserem Weg war Schloss Auerbach. Für Kinder ist diese Ruine ein Paradies auf Erden. Aber die gewaltigen Burgmauern, die Gänge darin, die Aussicht vom Nordturm aus rufen auch in Erwachsenen ein großes Staunen hervor. Dank stabiler und vertrauenerweckenden Treppen hatte ich keine Höhenangst und konnte zusammen mit den anderen vom Nordturm auf den Melibokus – unser nächstes Ziel – blicken.

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Der Berg links ist der Melibokus. Da wollten wir also hin. Runter vom Burgturm. Bergrunter. Bergauf. Noch eine kurze Pause kurz vor dem Erreichen des Gipfels, weil meine Kräfte aufgebraucht waren. Aber dann waren wir ganz bald oben auf dem Berg, wo hunderte von Marienkäfern die Wanderer belästigten, und gingen auf den Aussichtsturm hinauf. Der Ausblick von der Aussichtsplattform war atemberaubend. Das Schloss Auerbach sahen wir auch wieder (die zwei Türme auf dem Berg links gehören zu ihr).

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Mit dieser schöne Aussicht vor uns haben wir ein Picknick oben auf dem Aussichtsturm gemacht. Den Zuckerkuchen, den es unter anderem auch gab, hat mein Mann selbst gebacken.

Nach dieser längeren Pause in luftiger Höhe, aus der man sogar die Skylines von Frankfurt am Main sieht, begann unser Abstieg vom Berg. Allmählich ging der Tag zur Neige. Als wir die Burg Alsbach erreichten und vor dem Burgtor noch eine Pause machten, ging die Sonne unter. Aber wir waren eben noch nicht zurück in Zwingenberg.

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Den letzten Abschnitt legten wir im Dämmerlicht zurück. So wurde diese tolle Wanderung zu meiner allerersten Nachtwanderung. Klar, ist war noch keine Nacht, aber wenn man unter dem Bäumen den Boden unter sich nicht mehr sieht, zählt es. Als wir zwischen den Bäumen wieder über die Rhein-Main-Ebene blicken konnten, war in den Städten die Straßenbeleuchtung angegangen.

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Dieser Teil des Weges kam meinem Schatz bekannt vor. Und das stimmte, unsere allererste Wanderung in diesem Jahr führte uns hierhin. Kurz bevor die Zivilisation uns wieder hatte, wurden nochmal unsere Knien strapaziert, denn vom ehemaligen Steinbruch führt eine sehr steile Straße in die Stadt hinein. In der Stadt, auf dem Weg zum Bahnhof, sind wir unter einem haushohen Feigenbaum durchgegangen, wo sie es doch bei uns nicht so warm haben.

Ach, war das eine wundervolle Wanderung! Die beste überhaupt. Weinberge und zwei Burgen. Der höchste Berg, den ich je bestieg. Eine unverhoffte Nachtwanderung. Und eine echte vom Baum gepflückte Mandel als Mitbringsel.

Wetterpark in Offenbach

by chaoslady

Seit Juli haben wir unser Tandem (über das ich ein anderes Mal berichten werde) und unternehmen kleine Radtouren in der Umgebung. Klein sind diese Touren hauptsächlich, weil ich noch nicht das Sitzfleisch und nicht die Kondition für größere Touren habe. Aber das wird auch noch.

Eine von solchen Radtouren hat uns nach Offenbach, in den Wetterpark geführt.
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Im Park kann man an verschiedenen Stationen über Wettererscheinungen und -phänomene nachlesen und einen Wettersatellit aus der Nähe anschauen. Jetzt weiß ich auch, was ein Blitzbaum ist…
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Im Besucherzentrum gibt es Infos über das Wetter und die Klimaentwiklung in unserer Region. Man kann hier mit eigener Muskelkraft einen Tornado erzeugen und per Knopfdruck einen Regenbogen über einer Großstadt anknipsen.
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Am Eingang zum Park befindet sich eine modernen Messstation des Deutschen Wetterdienstes. Man schaut von einer erhöhten Besucherplattform auf mehrere Messgeräte herab, eine Tafel benennt diese und erklärt ihre Funktionsweise. Es war nicht nur interessant und informativ, sondern auch amüsant… Wir haben Stare dabei beobachtet, wie sie auf dem Windrichtungsmesser landeten, und die Werte an der digitalen Anzeige änderten sich von einem Augenblick auf den anderen um ca. 180°. Spaßvögel!

Das fürstliche Gartenfest Schloss Wolfsgarten

by chaoslady

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Zwei Mal im Jahr werden die Tore von Schloss Wolfsgarten für Besucher geöffnet. Und bis letzten Sonntag zählten wir nie zu diesen. Wie das? Wissen wir auch nicht so genau. Aber wichtig ist doch, dass es diesmal geklappt hat.

Den ganzen Weg zum Schloss Wolfsgarten drehten sich meine Gedanken um unseren Garten, seine Umgestaltung, neue Beete und Co. Mein Schatz redete von dem, was ihn gerade bewegte. Und ich musste zugeben, dass diesmal ich diejenige war, die nicht zuhörte. Als wir die ersten Staudenaussteller um uns hatten, stand es noch schlimmer um mich… WILL ICH HABEN!!! AAAAAALLES!!! ging mir da nur durch den Kopf.

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Wohin das Auge blickte, gab es was des Gärtners Herz begehrt, Stauden, Gräser, Kräuter, Sträucher, aber auch Gartendekoration und -möbel, Rasenmäher und Wasserspiele, Töpfe und Klettergerüste, Blumensamen und sogar Klamotten.

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Man konnte hier Neues lernen, Ideen sammeln und Leckeres naschen. Unter den Gleichgesinnten haben wir im Schloßpark einen wunderbaren Nachmittag verbracht und gingen nicht mit leeren Händen nach Hause.

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Berlin: Blumeninsel

by chaoslady

In diesem Jahr ist es wie verhext. Egal was ich tue, die Arbeit wird nicht weniger. Es ist sogar umgekehrt. Je mehr ich tue, desto mehr gibt es zu tun. Aber am vergangenen Wochenende haben wir uns eine Pause gegönnt und haben einen Städtetrip in die Hauptstadt gemacht. Im Februar haben wir nämlich zwei Sachen festgestellt. Erstens: so ein Faulenzurlaub ist zwar schön und gut, aber nichts für uns. Zweitens: wir waren bereits in London, Stockholm und Riga, aber noch nicht zusammen in Berlin. Und wir haben Lust bekommen, das zu ändern.

Damit wir uns nicht übernehmen und anschließend an diesen Kurzurlaub einen kurzen Urlaub brauchen, haben wir uns nur wenige konkrete Ziele gesetzt, der Rest würde sich von selbst ergeben. Unsere Wunschsehenswürdigkeiten waren: der Reichstag und der Fernsehturm, das Brandenburger Tor und das Ischtartor im Pergamonmuseum, die Nofretetebüste im Neuen Museum und das Science Museum. Mainstream? Vielleicht…

Aber diese Kalksteinblume auf einem Gesimsstein aus Chirbat al-Minya im Pergamonmuseum hat mich auf eine Idee gebracht.

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Wäre ich ein Botaniker, wäre ich eventuell anderer Meinung, aber so sehe ich hier eine wunderschöne, ungefüllte Hibiskusblüte. Meine Phantasie gaukelt mir vor, ihre Farbe sei ein zartes Apricot.

Ich mache einen Fotoblumenstrauß aus Berlins Blumen.

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Diese Gänseblümchen zieren das Ischtartor im Pergamonmuseum auf der Museumsinsel. Ich könnte stundenlang dieses Tor bestaunen und würde mich nicht satt sehen.

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Sehe nur ich die blassblaue Clematis auf diesem Fresko aus dem Fragmentarium des Neuen Museums?

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Vor dem Berliner Dom habe ich mich von dieser Aussicht inspirieren lassen. Ratet mal, wer seit Dienstag auch Schmucklilien im Garten hat!

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Das Hauptportal des Roten Rathauses ist von Kornblumen umrandet. Vielleicht sind sie nicht preußisch blau, aber doch ein Stückchen Berlins Geschichte und wunderschön.

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In der Behrenstraße Ecke Markgrafenstraße, nicht weit vom Gendarmenmarkt, schmücken solche Sonnenblumen die Fenster des Hauses des Verbands der Automobilindustrie e.V.

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Und diese Sonnenblume hat jemand zum Jubiläumsfest des Berliner Hauptbahnhofs mitgebracht.

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Im Spurengarten des Spreebogenparks erfreuen prächtige Blumenbeete das Auge. Mir hat dieser weißer Kugel-Lauch im Licht der Abendsonne besonders gut gefallen.

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Die ungemähte Wiese neben dem Kanzleramt war auch schön. Grasnelke, Lein, Rainkohl, Vogelwicke und Co. schienen sich hier total wohl zu fühlen.

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Und dem Zaun entlang blühten Glöckchen.

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 Vom trüben Wetter ließ sich der Holunder im Tiergarten nicht stören, ebenso wie die Wettläufer des diesjährigen Firmenlaufs.

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Im Deutschen Technikmuseum sind wir auf einen Raum gestoßen, wo Stanz- und Prägewerkzeuge zum Herstellen von Seidenblumen ausgestellt werden…

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… die zarten Seidenblümen sind unter Glas vor allzu begeisterten Fans in Sicherheit…

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…denn einige von ihnen sind ältere Semester so wie diese künstliche Sträußchen aus Sebnitz aus dem Jahr 1930.

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Und hier haben wir ein Blumenbild aus Filz, es gehört zur Textilausstellung im Deutschen Technikmuseum.

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Wer aber denkt, wir hatten die Augen nur für die „Kultur“-Pflanzen von Berlin offen, irrt sich. Auch diese kleine Gemüsegänsedistel an einer Baustelle neben der Schloßbrücke ist unserer Aufmerksamkeit nicht entgangen.

Wie man sieht, hat sich uns Berlin als eine Blumeninsel gezeigt, wo für jeden Geschmack etwas dabei ist. Und auch wenn uns nach drei Tagen die Füße total weh taten, kamen wir zufrieden und gut gelaunt nach Hause.

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