Die erste Führung aus der Broschüre „Tage der Industriekultur Rhein-Main 2021“, für die mein Mann uns angemeldet hat, war durch die Sammlung historischer Elektrogeräte Darmstadt (SHEDA) mit Herrn Hirz. Außer uns war noch ein Teilnehmer da und so hat Herr Hirz nur uns drei durch sein fantastisches Reich geführt.

Wir haben uns ganz nah die elektrischen Geräte der letzten 100 Jahre anschauen können. Es waren Haushaltsgeräte, Geräte für kosmetische Pflege für Mann und Frau, Unterhaltungs- und Bürotechnik… Habe ich etwas vergessen? Bestimmt, denn es gabt hier so viel zu sehen, dass ich einfach nicht aus dem Staunen kam.

Herr Hirz hat uns in zwei Stunden durch die hundertjährige Geschichte von HEAG, später HSE und nun ENTEGA geführt. Er erzählte von der Mitwirkung von HEAG an der Entwicklung und Verbesserung der elektrischen Geräte, aus seinen eigenen Erfahrungen im Unternehmen und auch kleine Anekdoten aus dem Berufsleben. Was für eine unerschöpfliche Quelle an Geschichtswissen und Erinnerungen! Man merkt gleich, sein Herz schlägt für diese Sammlung und das ist ansteckend.

Bis zu dieser Führung war mir zum Beispiel nicht bewusst aufgefallen, dass die Kühlschränke meiner Kindheit keine Ablagefächer in der Tür hatten. Die Isolierung hat sich verbessert! Aber habe ich das so wahrgenommen? Als technische Errungenschaft? Als Entwicklung? Irgendwie nicht. Ich fand es einfach nur toll und sehr praktisch. Aber natürlich gibt es hier auch ein paar Geräte, die sich zum Glück nicht durchgesetzt haben, weil sie wahre Stromfresser waren.

Die Sammlung ist so umfassend, dass sogar ich, die die ersten sechzehn Jahre meines Lebens nicht in Deutschland verbracht hatte, ganz viele elektrische und nicht elektrische Geräte gefunden habe, die mein Herz höher schlagen ließen, weil sie Erinnerungen geweckt hatten. Ein Diafilmprojektor! Hattet ihr auch einen in eurer Kindheit? Bild für Bild haben mein Bruder und ich die Filme vorgespult und die Geschichten laut vorgelesen. Einen Tauchsieder! Kennt noch jemand, was das ist? Nein? In einem Plastikeimer kann man ja so einen Tauchsieder auch wirklich schlecht einsetzen. Ein echtes Butterfass! Wie genial ist das denn! Von Waffeleisen, Fleischwolf und Samowar ganz zu schweigen. Meinem Mann und dem dritten Teilnehmer der Führung ging es ähnlich, nur blieben sie an anderen Geräten hängen als ich :-)

Eigentlich glaube ich, dass jeder Mensch hier seine eigene „Schätzchen“ entdecken wird. Sei es die Wäscheschleuder wie bei der Großmutter, der elektrische Rasierer wie beim Vater früher, die Kaffeemaschine wie bei den Schwiegereltern oder die Steckdosen wie in der ersten eigenen Wohnung ;-) Die Führung durch diese Sammlung ist wie eine kleine Zeitreise.

2 Gedanken zu “Hessen: Sammlung Historischer Elektrogeräte Darmstadt

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