Herbstlich

Also der Zahnarzttermin, der in meinem Urlaub ausgefallen war, wurde heute nachgeholt… Und was soll ich sagen? Nach zwei Stunden im Zahnarztsessel und zwei Betäubungsspritzen bin ich k.o. Langsam dämmert es mir, warum einige Menschen Angst vorm Zahnarzt haben. Zum Glück bin ich noch nicht weit.

Aber auch in diesem Zustand entgeht mir das wunderbare Wetter draußen nicht. Ich mag diesen goldenen Hebst so. Als wir vor Kurzem bei meinen Schwiegereltern am See spazieren waren, haben wir ganz viele Pilze gesehen. Gesammelt haben wir sie nicht, aber essbare haben wir fotografiert:

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Ich finde sie sehen prächtig aus. Mitnehmen kam aber für uns nicht in Frage. Mir wurde seit ich klein war gesagt, dass man die Pilze nur nur einem Messer abschneiden soll, um das Pilzgeflecht nicht zu verletzen, und wir hatten keins mit. Als kleines Kind war ich ich oft mit meiner Oma Pilze sammeln. Sie kennt sich gut aus.

Geht ihr im Herbst in die Pilze?

typisch ich

Mich hat es wieder erwischt…
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… und ich bin wieder pünktlich zum Urlaub krank. Dabei habe ich mir so eine Mühe gegeben, mich immer nach dem Wetter angezogen, wenig Süßes gegessen, Anfang September habe ich mich sogar um eine Grippeimpfung gekümmert. Aber sie schützt ja vor einer Erkältung nicht. Hoffentlich geht das jetzt nicht den ganzen Herbst so…

 

Nachgedacht: Mein Leben in Deutschland begann mit…

… einem Wasserkocher. Zwar ist das die Wahrheit, aber, jetzt mal ehrlich, wer würde sein Buch so nennen wollen? Ich nicht.

Noch bevor ich das Buch von Viktor Funk durchlese, fällt mir der Satz am Ende des Buchs ins Auge: „Viktor Funk ist 1978 in der Sowjetunion (Kasachstan) geboren“. So gebe ich mein Geburtsland auch oft an. Das existiert zwar nicht mehr, aber dadurch wird es nicht weniger wahr. Deutsche Bürokratie streicht einfach das Wort „Sowjetunion“ und es bleibt nur Kasachstan stehen. Ähnlich geht es wahrscheinlich den in der DDR Geborenen.

Seit unserem Umzug nach Deutschland habe ich die Angeln nicht mehr ausgeworfen. Stellt euch vor, ich habe früher geangelt. Wie der Protagonist des Buchs von Viktor Funk erinnere ich mich gern daran, wie ich früher mit meinem Bruder am Fluss angeln war. Immer noch kann ich ohne Ekel Regenwürmer anfassen, aber sonst bin ich inzwischen so ziemlich verweichlicht.

Wie ich mein Buch denn nennen würde? Entwurzelt. Nicht besonders kreativ. Und klingt irgendwie traurig, sollte es aber in meinem Fall nicht sein… nur wenn ich auf Menschen treffe, die schon in dritter-vierter Generation an einem und demselben Ort leben, die auf dem Speicher schwarz-weiß Fotos von ihren Urahnen habe, wird es mir komisch… ich habe nicht mal Fotos von meinen Eltern als Kinder gesehen.

Ach, es ist schon komisch, was für Gedanken sich einem aufdrängen, wenn man von einem Buch beeindruckt wird…

Gelesen: „Mein Leben in Deutschland begann mit einem Stück Bienenstich“ von Viktor Funk

Im August wurde in Frankfurter Rundschau ein Auszug aus dem Debütroman mit diesem langen Namen veröffentlicht. Bei mir hat der Auszug seine Wirkung nicht verfehlt und bald hielt ich das Buch in meinen Händen.

Viktor Funk ist nicht in Deutschland geboren worden. Handelt es sich vielleicht um eine Autobiografie? Explizit steht es nicht da.

Der Protagonist A. ist ein – ich schätze mal, junger – Mann, der als Elfjähriger mit seinen Eltern von der Sowjetunion nach Deutschland kam. Seine Großeltern mütterlicherseits blieben in der sowjetische Republik Kasachstan zurück.

Mit seinem besten Freund Mark – einem Deutschen – teilt A. die Leidenschaft zum Angeln. Mit Mark braucht A. sich nicht zu verstellen. Currywurst, die richtige Verwendung von Pronomen und Markenschuhe stehen nicht im Mittelpunkt dieser Freundschaft.

Als A. Marie kennenlernt, stellt sie seine Gefühlswelt auf den Kopf. Nicht nur seine Gefühle zu ihr, sondern seiner Umwelt gegenüber werden auf den Prüfstand gestellt. Sie kam als Erwachsene aus eigenem Entschluss nach Deutschland und gibt sich hier anders. Mir fällt nur das Wort „unangepasst“ ein. Ihr Auftauchen in seinem Leben provoziert A.’s Suche nach seinem eigenem Platz in der Gesellschaft, nach seinem eigenen unangepasstem Ich.

Ich fand das Buch sehr kurzweilig, aber meiner Meinung ist nicht zu trauen, weil ich voreingenommen bin. Ganz oft fand ich mich in dem Protagonisten wieder. Die Ereignisse entwickeln sich relativ schnell, die Ortswechsel sind gut platziert. Die Erinnerungspassagen, die wie feine Spinnweben das ganze Buch durchziehen, nehmen nie Überhand. Wie eine Brücke verbindet das Angeln die Vergangenheit und die Gegenwart der Hauptfigur. Ist die Angelschnur etwa der rote Faden des Buchs? Kann schon sein. Der Gedanke gefällt mir.

Häkelwettbewerb Gewinn

Ach, was für eine Freude! Beim Häkelwettbewerb, für den ich mein gestreiftes Häschen gehäkelt habe, wurde mein Blog für den zweiten Preis aus dem Lostopf gezogen. Und gestern war ein Blumenbote da und hat mir meinen Preis gebracht!

Ich war so entzückt! Der Bote kam vom Blumengeschäft in der Nachbargemeinde. Ich finde das total cool! Unsere liebe und sehr neugierige Nachbarin meinte anerkennend „Oh, Sie bekommen Blumen von GRAF geliefert!“, als ob das so ein Eigenname wie Porsche oder Opel wäre, das mir etwas sagen müsste. Das hat mich noch mehr aufgeheitert. Als ich zuhause die Verpackung vom Blumenstrauß abnahm, strahlte er mich in sonnigen fröhlichen Farben an. So wunderschön!