In diesem Jahr ist es wie verhext. Egal was ich tue, die Arbeit wird nicht weniger. Es ist sogar umgekehrt. Je mehr ich tue, desto mehr gibt es zu tun. Aber am vergangenen Wochenende haben wir uns eine Pause gegönnt und haben einen Städtetrip in die Hauptstadt gemacht. Im Februar haben wir nämlich zwei Sachen festgestellt. Erstens: so ein Faulenzurlaub ist zwar schön und gut, aber nichts für uns. Zweitens: wir waren bereits in London, Stockholm und Riga, aber noch nicht zusammen in Berlin. Und wir haben Lust bekommen, das zu ändern.

Damit wir uns nicht übernehmen und anschließend an diesen Kurzurlaub einen kurzen Urlaub brauchen, haben wir uns nur wenige konkrete Ziele gesetzt, der Rest würde sich von selbst ergeben. Unsere Wunschsehenswürdigkeiten waren: der Reichstag und der Fernsehturm, das Brandenburger Tor und das Ischtartor im Pergamonmuseum, die Nofretetebüste im Neuen Museum und das Science Museum. Mainstream? Vielleicht…

Aber diese Kalksteinblume auf einem Gesimsstein aus Chirbat al-Minya im Pergamonmuseum hat mich auf eine Idee gebracht.

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Wäre ich ein Botaniker, wäre ich eventuell anderer Meinung, aber so sehe ich hier eine wunderschöne, ungefüllte Hibiskusblüte. Meine Phantasie gaukelt mir vor, ihre Farbe sei ein zartes Apricot.

Ich mache einen Fotoblumenstrauß aus Berlins Blumen.

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Diese Gänseblümchen zieren das Ischtartor im Pergamonmuseum auf der Museumsinsel. Ich könnte stundenlang dieses Tor bestaunen und würde mich nicht satt sehen.
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Sehe nur ich die blassblaue Clematis auf diesem Fresko aus dem Fragmentarium des Neuen Museums?
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Vor dem Berliner Dom habe ich mich von dieser Aussicht inspirieren lassen. Ratet mal, wer seit Dienstag auch Schmucklilien im Garten hat!
2016-05-26-Berlin-(05)-Kornblumen
Das Hauptportal des Roten Rathauses ist von Kornblumen umrandet. Vielleicht sind sie nicht preußisch blau, aber doch ein Stückchen Berlins Geschichte und wunderschön.
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In der Behrenstraße Ecke Markgrafenstraße, nicht weit vom Gendarmenmarkt, schmücken solche Sonnenblumen die Fenster des Hauses des Verbands der Automobilindustrie e.V.
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Und diese Sonnenblume hat jemand zum Jubiläumsfest des Berliner Hauptbahnhofs mitgebracht.
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Im Spurengarten des Spreebogenparks erfreuen prächtige Blumenbeete das Auge. Mir hat dieser weißer Kugel-Lauch im Licht der Abendsonne besonders gut gefallen.
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Die ungemähte Wiese neben dem Kanzleramt war auch schön. Grasnelke, Lein, Rainkohl, Vogelwicke und Co. schienen sich hier total wohl zu fühlen.
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Und dem Zaun entlang blühten Glöckchen.
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 Vom trüben Wetter ließ sich der Holunder im Tiergarten nicht stören, ebenso wie die Wettläufer des diesjährigen Firmenlaufs.
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Im Deutschen Technikmuseum sind wir auf einen Raum gestoßen, wo Stanz- und Prägewerkzeuge zum Herstellen von Seidenblumen ausgestellt werden…
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… die zarten Seidenblümen sind unter Glas vor allzu begeisterten Fans in Sicherheit…
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…denn einige von ihnen sind ältere Semester so wie diese künstliche Sträußchen aus Sebnitz aus dem Jahr 1930.
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Und hier haben wir ein Blumenbild aus Filz, es gehört zur Textilausstellung im Deutschen Technikmuseum.
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Wer aber denkt, wir hatten die Augen nur für die „Kultur“-Pflanzen von Berlin offen, irrt sich. Auch diese kleine Gemüsegänsedistel an einer Baustelle neben der Schloßbrücke ist unserer Aufmerksamkeit nicht entgangen.

Wie man sieht, hat sich uns Berlin als eine Blumeninsel gezeigt, wo für jeden Geschmack etwas dabei ist. Und auch wenn uns nach drei Tagen die Füße total weh taten, kamen wir zufrieden und gut gelaunt nach Hause.

7 Gedanken zu “Berlin: Blumeninsel

  1. Die Spurengärten im Spreebogenpark muss ich auch jedes Mal bewundern, die sind einfach toll. Da sie direkt am Bahnhof liegen, schafft man es immer, sie noch schnell zu besuchen.
    VG
    Elke

  2. Wunderbar, was Du alles für haltbare und unhaltbare Blumen gefunden hast in Berlin. Was für ein schöner Streifzug.
    Berlin ist ja immer eine Reise wert, egal, worauf man/frau den Fokus setzt.
    Und ja, die Füße haben mir in allen von Dir benannten Hauptstädten weh getan vom vielen Laufen.
    Viele liebe Grüße, Synnöve

  3. wow.. ich wusste gar nicht, dass Berlin so blütenreich ist. Man sieht immer nur die komischen Bauten. Meine Tochter hat im Februar auch nicht viel blühendes zu Gesicht bekommen :)
    Danke fürs mitnehmen.
    Liebe Grüße
    Gusta

  4. Das war eine schöne Idee! Das eine Stadt doch so viele Blumen bieten kann habe ich unterschätzt ;O) Die „Hibiskusblüte“ ist mein Favorit :O) Seidenblumen hatten wir bis vor wenigen Jahren in der Kirche hängen, aber ihre Schönheit war wirklich vergangen und sie hatten bestimmt dreißig Jahre ihren Dienst geleistet… lg, Raphaele

    P.S.: Schön, dass dir mein Shirt gefällt. Vor den Ärmeln brauchst du dich aber nicht zu scheuen. Man muss sie zwar auch einsetzen, aber da es sich um Raglanärmel handelt ist das immer noch einfacher als die klassische Variante :O)

  5. Das ist ja eine tolle Idee, Berlin durch die Blume zu zeigen! Muss ich mir merken, so eine rote Linie zu suchen und zu zeigen, macht so eine Fotostrecke echt interessant:-)
    Und danke, dass du bei mir vorbeigeschaut und kommentiert hast, auch wenn ich mich nicht mehr so oft sehen lasse!!
    VG Charlie

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