Endlich Schmetterlinge

Andere Insekten hielten ganz schnell Einzug in unserem Garten, aber Schmetterlinge blieben selten hier. Ich habe mal gelesen, dass die Schmetterlinge windstille Orte mögen. Da hatten wir mit unserem zügigen Garten einfach schlechte Karten. Jedoch ändert sich das langsam. Neben den flauschigen Raupen des Augsburger Bären haben wir zwar keine weitere Raupen gesichtet, aber es flattern Pfauenaugen und Landkärtchen, Zitronenfalter und Bläulinge, Kaisermäntel und Kohlweißlinge, das große Ochsenauge und der kleine Fuchs hier. Es sind noch nicht sehr viele, aber wir freuen uns über jeden einzelnen Falter! Leider sind sie sehr scheu, so dass wir nur wenige „Beweisfotos“ haben. Aber seht selbst wen und wo wir erwischt haben:

Ein_Admiral_auf_der_Brennesel
Ein_Zitronenfalter_auf_der_Witwenblume
Ein_großes_Ochsenauge_auf_dem_Oregano
Ein_Landkärtchen_auf_dem_Lavendel
Ein_Pfauenauge_auf_einer_Margerite
Ein_Bläuling_auf_der_Minze

Flauschiges

Mein Mann lässt immer etwas Klee beim Rasenmähen stehen und der Klee wird genau so gut von unseren flauschigen Besuchern frequentiert wie die Kornblumen und die wilde Malven:

Als ich gestern die wuchernde Melisse etwas zurück geschnitten habe, habe ich auf den Blattunterseiten zwei flauschige Raupen entdeckt. Sie waren gerade 2,5 cm lang und wie erstarrt. Die Blätter habe ich von den Zweigen getrennt und zu der Pflanze zurück gelegt. Nachts gabt es einen Regenschauer. Heute haben wir eine der beiden Raupen beim Fressen beobachtet. Also geht es mindestens einer der beiden Raupen gut.

Wenn wir die Raupen richtig bestimmt haben, dann werden im nächsten Sommer „Augsburger Bären“ daraus. Ein wohl selten gewordener Schmetterling… Nun halten wir Ausschau nach weiteren Raupen… auch an den Brenneseln und an der Haselnuss… Drückt uns bitte die Daumen!

Fensterschmuck

Im April hatten wir ein paar Blumensamenmischungen in vier Balkonkästen gesät, aber so lange die Pflänzchen nicht aufgegangen waren, blieben die Kästen im Garten. Im Mai hatten wir dann die Kästen auf die Fensterbretter gestellt und befestigt. Bald waren die ersten Blumen aufgeblüht.

2018-05-28-Blumenkasten-auf-dem-Fensterbrett

Prompt wurden die von Insekten entdeckt. Unter den ersten waren die polierten Schmalbienen und sie kommen immer noch täglich angeflogen, um in unseren Blumen zu naschen. Leider sind sie zu klein und zu flink, dass ich eine auf einem Foto festhalten könnte.

2018-05-29-Blumenkasten-auf-dem-Fensterbrett

Je mehr verschiedene Blumen aufblühten, desto mehr Insekten kamen zu uns. Hummeln, Wespen, Schmetterlinge, Fliegen, Spinnen, Wanzen und Waldschaben. Eines Tages habe ich direkt auf dem Fensterglas eine Schmetterlingspuppe entdeckt. Von außen konnte ich sie nicht fotografieren, aber von innen.

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Aufgeräumter Herbstgarten

Nur nach und nach machen wir unseren Garten winterfest. Wenn das Wetter mitspielt. Wenn wir nicht wiedermal erkältet sind. Wenn wir mal keine Arbeit nach Hause bringen. Dabei streiten sich in mir zwei Stimmen.

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Eine Stimme argumentiert für einen blitzblank aufgeräumten Garten. Alle Sommerpflanzen ausreißen, Stauden abschneiden, Beete umgraben, Unkraut und Wurzeln entfernen, bis nur nackter Boden zu sehen ist. So sieht es auch bei den Nachbarn und in der Umgebung aus. Dort guckt sich diese Stimme ab, wie ein aufgeräumter Garten auszusehen hat.

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Von dieser Stimme getrieben habe ich vor ein paar Wochen angefangen die Herbstastern abzuschneiden, da fielen mir aus dem Verblühten ein paar Raupen auf den Ärmel. Sofort meldete sich die zweite Stimme. Sie erinnerte mich daran, dass wir unseren Garten als einen Insektengarten betrachten und pflegen. Wenn die Rüsselkäfer wieder die Kamelienblüten durchlöchern, wenn die Blattläuse die Dahlien belagern, bedeutet es, dass sie und mit ihnen ein paar Vögel in unserem Garten ihr Futter finden.

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Also habe ich alle Stauden stehen gelassen, die Sonnenblumen sowieso, weil sie noch nicht leer gefressen sind. Und am Wochenende darauf freute ich mich abermals über diese Entscheidung, denn nach dem Frühstück haben wir aus dem Küchenfenster drei Stieglitze und eine Blaumeise dabei beobachtet, wie sie kopfüber hängend die Samen vom längst verblühtem Sonnenhut pickten.

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Wenn die Sonnenblumen leer gepickt wurden, werden wir sie ausreißen. Die Astern dürfen bis zum Frühjahr stehen bleiben. „Aber sehen sie im Winter nicht furchtbar aus?“ fragte meine Mutter. Ja, das ist wahr. Doch nähren sie auch eine Hoffnung in mir, dass aus den Raupen die darin überwintern, Schmetterlinge werden.

Schmetterlinge auf den Astern
Auf den Astern auf diesem Bild sind sechs Schmetterlinge und eine Biene. Aufgenommen hat sie mein Mann bei seinen Eltern im Oktober.