Giftpflanzen

Auf dem Nachtflohmarkt letzte Woche konnte ich einer Lithographie nicht widerstehen. „Giftpflanzen“.

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Ich bin so leicht für die Pflanzen der Nachtschattenfamilie zu begeistern, auch wenn viele von denen giftig sind, und hier war eine wunderbare Abbildung des Bilsenkrauts.

Seit meiner Kindheit sah ich kein Bilsenkraut mehr, dann entdeckte ich zufällig eins im vergangenen Sommer mitten in unserer Stadt und jetzt diese wunderbare Zeichnung. Die Pflanze in der Stadt habe ich gleich mit der Kamera festgehalten.

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Natürlich war diese Pflanze nach einigen Wochen nicht mehr da. Ist ja eine Giftpflanze. Ich hoffe aber, dass sie genug Zeit hatte, um für Nachwuchs zu sorgen.

Oft höre ich: „Ich mag zwar Fingerhut so gern, aber, da wir Enkel haben, pflanze ich ihn nicht in unserem Garten.“ Es muss nicht unbedingt der Fingerhut sein, manchmal sind es Maiglöckchen oder die Eibe. Dabei wundert es mich sehr, dass ich das Bilsenkraut aus meiner Kindheit kenne.

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Meine Mutter hat die Giftpflanzen nicht aus unserem Garten ferngehalten. Wenn sie da waren, waren sie da. Meine Mutter hat mir den respektvollen und sicheren Umgang mit Pflanzen beigebracht, sie zu erkennen, giftige von ungiftigen zu unterscheiden und sie alle zu schätzen.

Meine Freunde und Verwandte bekommen schnell eine Schnappatmung, wenn ich diverse am Wegesrand wachsende Beeren nasche, die sie nicht kennen. Aber ich bin auf keinen Fall leichtsinnig, sondern vertraue auf mein Wissen über diese Pflanzen.

Natürlich sollte man so etwas nicht machen, wenn man sich nicht mit den Pflanzen auskennt, aber man sollte den (Enkel)Kindern auch nicht die Hummeln vorenthalten, die ganz tief in die Fingerhutbtüten eintauchen, um darin zu naschen. Das ist ein bezauberndes Schauspiel!