Wien (2): Stephansdom

An unserem zweiten Tag in Wien waren wir im Stephansdom. Eine All-Inklusive-Eintrittskarte hat uns die Türen zu den Katakomben, den beiden Türmen, dem Kirchenraum selbst und dem Domschatz geöffnet.

In den Katakomben unter dem Dom war es unheimlich. Es waren aber nicht die Knochen, vor denen es mich gruselte. Dass dort früher Menschen, die an der Pest starben, beerdigt wurden, dass andere Menschen diese Knochen beim Umbetten mit ihren Händen anfassen mussten, das war ein schreckliches Bild, das ich nicht mehr los wurde.

Auf dem Nordturm war es furchtbar windig, aber der Blick hinunter auf die Stadt war fantastisch, auch wenn die Bilder das vielleicht nicht so rüberbringen… es war wunderschön!
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Über eine schmale Wendeltreppe kommt man im Südturm zur Türmerstube hinauf. Mehrmals waren wir auf dieser Treppe kurz vorm Aufgeben, aber die Neugier trieb uns hinauf. Und als wir aus der Türmerstube oben hinunter auf den Nordturm schauten, triumphierte alles in mir.
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Im Dominneren gab es auch viel zu sehen. Von einem Audio-Guide geführt gingen wir von einer Stelle zur nächsten und hörten uns die Geschichte der Gegenstände und der Orte, die wir sahen, an.
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Zum Domschatz gehören Reliquien und Heiligenbilder, Gewänder und Gefäße. Sie sind in einer kleinen Ausstellung schön in Szene gesetzt und das Licht, das durch die bunten Kirchenfenster hinein fällt, tut sein Übriges…
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Reformationsbrötchen

Gar nicht erholt sind wir aus Wien zurück, aber wir klagen nicht, denn ein Faulenzurlaub kam für uns von Anfang an nicht in Frage. Aber darüber erzähle ich in einem nächsten Post… Heute wurden erstmal wieder selbst gebackene Reformationsbrötchen genascht:
2015-10-31-ReformationsbroetchenNun ist es wohl endgültig zur Tradition geworden, ich backe uns die Reformationsbrötchen selbst!

Mini-Reichstag

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Eine Kollegin hat mir eine „Berliner Luft“ Postkarte aus Berlin mitgebracht, eine Postkarte zum Reichstag-Basteln. Auf dieser Postkarte waren acht klitzekleine Details auszuschneiden, zu falten und zu kleben. Also habe ich mich mit einem feinen Cutter und dem Leim gewappnet ans Werk gemacht. Die Arbeit hat so herrlich Spaß gemacht und das Ergebnis kann sich auch sehen lassen:

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Sachsen #4: ein Buch, ein Bild, eine Schlacht

Fangen wir einfach mit dem Buch an…

Zwar wird die Völkerschlacht bei Leipzig jedes Jahr nachgestellt, aber 2013, zum 200-jährigen Jubiläum, war alles viel lauter, größer und spektakulärer. Das Interesse an dem Schauspiel war groß, so dass die Eintrittskarten schnell ausverkauft waren. Aber mein Bruder und seine Frau waren da und es hat den beiden so gut gefallen, dass sie – noch ganz im Zeichen des Jubiläums – meinem Schatz zu Weihnachten 2013 das Buch „1813 – Kriegsfeuer“ von Sabine Ebert geschenkt haben. Mit einer persönlichen Widmung der Autorin!
Nun fand mein Schatz bis jetzt keine Zeit das Buch zu lesen, dafür aber ich…
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Das Thema hat mich interessiert und das Buch hat mir gut gefallen, trotz der zeitweise unerträglich langen Beschreibungen der Kriegshandlungen, aber, ich glaube, bei so einem Thema kommt man kaum drumherum.
Neben dem Kriegsgeschehen wird das Leben eines jungen Mädchen und der Menschen, die sie umgeben, erzählt. Der Krieg treibt die verwaiste Henriette und ihren Bruder Franz zu ihren Verwandten nach Freiberg. Dort arbeitet sie in der Buchhandlung ihres Onkels, pflegt im Lazarett ohne Unterschied mal Verletzte der französischen Armee, mal der Armee der Alliierten, je nach dem in wessen Hand die Stadt gerade ist. Als die bis dahin größte Schlacht bei Leipzig beginnt, kommt auch Henriette nach Leipzig. Sie hilft in der Thomaskirche aus, die zu einem Lazarett umgewandelt worden ist, sie bringt den Verwundeten zu trinken und tröstet die Sterbenden.
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Wie die Schlacht ausgegangen ist, ist kein Geheimnis. Das Buch endet mit den Verhandlungen der Armeeführer nach der Schlacht.
Im März erschien die Fortsetzung: „1815 – Blutfrieden“. Dieses Buch lese ich gerade…

Seit August 2013 wird in Leipzig auch das Panoramabild „Leipzig 1813 – In den Wirren der Völkerschlacht“ von Yadegar Asisis Namini in einem Gasometer ausgestellt.

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Bis Dezember vergangenen Jahres fand ich keine Zeit hinzugehen. Zu Weihnachten 2014 waren meine Schwiegermutter, mein Schatz und ich da. Das war toll! Am Anfang haben wir eine Führung mitgemacht, die auf das Bild vorbereitet und eingestimmt hat, und dann gingen wir durch ein Türchen in dem Bild hinein. Man schaut sich um und man erkennt Menschen, Häuser, aber die Proportionen und Perspektiven sind verzerrt. Also stiegen wir die Treppe hoch, die zu einer Aussichtsplattform mitten im Gasometer führt. Es ist, als ob man auf dem Dach der Thomaskirche steht und auf eine Stadt im Ausnahmezustand hinunter schaut. Da sind die abziehende Grand Armee, die fliehenden Stadtbewohner, die Rauchsäulen am Horizont… Und dann wird es dunkel und in der Nacht hört man die Soldaten ihre Lieder am Lagerfeuer singen… auf Russisch… Französisch… Hessisch… Die weißen Uniformen leuchten im Mondlicht.

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Nach der Schlacht war der Krieg noch nicht vorbei und das Sterben ging weiter. Es gab keine Medikamente, kein Essen und kein Feuerholz mehr. Johann Daniel Ahlemann (Totengräber auf dem Johannisfriedhof in Leipzig von 1810 bis 1832) erinnerte sich:
„Die zu Gefangenen gemachten Franzosen wurden jetzt auf den Gottesacker gebracht […] Wie Schatten schlichen sie langsam und entkräftet umher, während andere vor Verzweiflung und Hunger brüllten. Manche saßen auf den bereiften Grabhügeln und rupften das noch darauf befindliche grüne Gras, welches sie gierig aßen. […]
Durch die Schrecknisse der vorhergehenden Tage und die verpestete Luft starben viele Einwohner Leipzigs an ansteckenden Krankheiten. Die Sterblichkeit in den Monaten November und Dezember 1813 war so groß, daß ich oft nicht wußte, wie ich die Toten beerdigen sollte, und oft geschah es, daß die für den folgenden Tag mit aller Anstrengung gemachten Gräber von den Soldaten mit ihren Leichen belegt und zugemacht waren.“ [Quelle: „Leipzigs Langes Leben“ von H. Ludwig und B. Weinkauf, Brockhaus Verlag Leipzig, 1982]

Etwa fünfzig Jahre nach der Schlacht wurden zum Gedenken an Orten der wichtigen Kämpfe die sogenannten Apelsteine aufgestellt. Zum hundertjährigen Jahrestag der Völkerschlacht wurden in Leipzig das Völkerschlachtdenkmal und die russische Gedächtniskirche errichtet. Zum Gedenken und als Mahnmal für den Frieden…

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Grüße aus Borna bei Leipzig

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An diesem (dank einem Brückentag) langen Wochenende besuchen wir unsere Eltern in Sachsen.

Mit meiner Schwiegermama waren wir in Borna lecker essen und da sind in der Stadtmitte Grußkartenmotive auf die Hauswände gemalt. Mir schienen sie aus der Zeit nach den Befreiungskriegen zu sein… Hier ist oben das Völkerschlachtdenkmal abgebildet:
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Das ist das heutige Gymnasium am Teich:
20150514_038Es ist 1873 errichtet worden.

20150514_031Und so sieht der Bornaer Marktplatz aus:

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Auf dem nächsten Bild hält das Mädchen ein Bund Zwiebeln in der Hand. So sendet(e) man Grüße aus der Zwiebelstadt Borna.

20150514_030Kommt euch das Gebäude in der Bildmitte bekannt vor?

Und morgen geht es schon wieder nach Hessen, aber sogar das lange Wochenende ist zu kurz, wenn wir unsere Lieben besuchen.