Giftpflanzen

Auf dem Nachtflohmarkt letzte Woche konnte ich einer Lithographie nicht widerstehen. „Giftpflanzen“.

SONY DSC

Ich bin so leicht für die Pflanzen der Nachtschattenfamilie zu begeistern, auch wenn viele von denen giftig sind, und hier war eine wunderbare Abbildung des Bilsenkrauts.

Seit meiner Kindheit sah ich kein Bilsenkraut mehr, dann entdeckte ich zufällig eins im vergangenen Sommer mitten in unserer Stadt und jetzt diese wunderbare Zeichnung. Die Pflanze in der Stadt habe ich gleich mit der Kamera festgehalten.

SONY DSC

Natürlich war diese Pflanze nach einigen Wochen nicht mehr da. Ist ja eine Giftpflanze. Ich hoffe aber, dass sie genug Zeit hatte, um für Nachwuchs zu sorgen.

Oft höre ich: „Ich mag zwar Fingerhut so gern, aber, da wir Enkel haben, pflanze ich ihn nicht in unserem Garten.“ Es muss nicht unbedingt der Fingerhut sein, manchmal sind es Maiglöckchen oder die Eibe. Dabei wundert es mich sehr, dass ich das Bilsenkraut aus meiner Kindheit kenne.

2017-08-30-schwarzes-bilsenkraut-bluete-nachtschattengewaechs-(3)

Meine Mutter hat die Giftpflanzen nicht aus unserem Garten ferngehalten. Wenn sie da waren, waren sie da. Meine Mutter hat mir den respektvollen und sicheren Umgang mit Pflanzen beigebracht, sie zu erkennen, giftige von ungiftigen zu unterscheiden und sie alle zu schätzen.

Meine Freunde und Verwandte bekommen schnell eine Schnappatmung, wenn ich diverse am Wegesrand wachsende Beeren nasche, die sie nicht kennen. Aber ich bin auf keinen Fall leichtsinnig, sondern vertraue auf mein Wissen über diese Pflanzen.

Natürlich sollte man so etwas nicht machen, wenn man sich nicht mit den Pflanzen auskennt, aber man sollte den (Enkel)Kindern auch nicht die Hummeln vorenthalten, die ganz tief in die Fingerhutbtüten eintauchen, um darin zu naschen. Das ist ein bezauberndes Schauspiel!

 

Tschüss 2017!!!

In wenigen Stunden werden wir uns von diesem Jahr verabschieden. Man erinnert sich am Ende des Jahres an die guten Ereignisse des ausklingenden Jahres. Auch ich möchte an die kleinen und großen Besonderheiten von 2017 erinnern.

Im März hat mein Mann mich dazu überredet, bei Wind und Wetter bei der Saubermachaktion unserer Stadt mitzumachen. Letztendlich war das Gefühl, ein kleines bisschen bewirkt zu haben, größer als die Kälte, die in die Glieder kroch.

2017-03-18-Sauberhaftes-Langen-05

In Mai wurde ein Traum von mir wahr. Mein Mann und ich waren bei der Eishockey WM in Köln dabei! Stellt euch vor, ich hatte die Teams von Deutschland, Russland, Schweden und USA live gesehen… LIVE!!!

Sehr beeindruckt hat mich auch der Film „Valerian – Die Stadt der tausend Planeten“. Das Sujet, die Schauspieler, die ganze Machart fand ich persönlich sehr erfrischend. Geschaut haben wir den Film in 2D und in 3D. Mein Mann und ich waren also das allererste Mal in einem 3D Film. Und ich sage es schlicht: mir kann es gestohlen bleiben, weil Schnickschnack!

Das allererste Mal waren mein Mann und ich auch in einer Vorpremiere. In Frankfurt lief der Film „Wann endlich küsst du mich“ an und wir durften dabei sein. Das war aufregend. Nach der Filmvorführung konnte man den Filmemachern und den Schauspielern Fragen stellen und ich kann es nicht mehr glauben, dass ich mich getraut habe…

Im Sommer waren wir in Holland und haben, meiner Ansicht nach, die Perle von Amsterdam, das Taschenmuseum, besucht. Diese Sammlung raubt einem die Sprache. Einfach bezaubernd!

Aber auch ich selbst habe niedliche Dinge gewerkelt:

Auf dem Museumsuferfest in Frankfurt habe ich zum zum ersten Mal mit Genuss Blumenkohl gegessen. Er wurde im Kichererbsenteig frittiert, mit Knoblauchsauce serviert und schmeckte deliziös. Wer hätte gedacht, dass ich mal gares Gemüse mögen würde!

Mehrmals habe ich in diesem Jahr bei den Verlosungen der lieben Blogger gewonnen. Und diese Gewinne haben mich sehr gerührt! Das Buch „Das Gefühl, das man Liebe nennt“ von Julie Cohen gehört dazu. …

Der Tandem-Tour-Rekord dieses Jahres liegt gerade bei 38 km zurückgelegter Strecke. Diese Tour hatte uns zum Goetheturm in Frankfurt geführt, der einige Zeit später leider komplett abgebrannt ist.

Pentax Digital Camera

Im Oktober habe ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Feuersalamander und im Dezember einen Eisvogel gesehen. Das verschlug mir ebenfalls die Sprache, ich stand da und hatte diese (für mich) Wunderwesen angestarrt. Dass ich das noch erleben darf!

Das erste Mal in meinem Leben war ich in einem Planetarium. Mein Mann und ich waren nämlich in der wunderbaren Stadt Jena, die mich restlos verzaubert hat, um dort ins Planetarium zu gehen.

SONY DSC

Heute, am letzten Tag des Jahres waren meine Schwiegereltern, mein Mann und ich am benachbarten See und haben weggeworfenen Müll gesammelt. Es ist unglaublich, was Menschen alles in der freien Natur entsorgen. Einen zerrissener Fußball, eine Thermokanne, einen zerbrochener Bauhelm und eine Unmenge an Glasflaschen und Plastikverpackungen haben wir eingesammelt, getrennt und entsorgt.

Für manche meine Bekannten hat der Jahreswechsel gar keine Bedeutung, die anderen können ihn nicht abwarten, um wie „von vorne“, wie ein neues unbeschriebenes Blatt anzufangen. Auch wenn das Jahr voller schönen Ereignisse war, so hofft man doch, dass das neue Jahr besser wird als das „alte“.

Ich wünsche Euch, meine liebe Leser, einen guten Rutsch und ein glückliches neues Jahr! Ich wünsche Euch, dass Ihr im neuen Jahr genug Zeit für Eure Lieben und für eigene Wünsche habt, dass  Eure Träume in Erfüllung gehen und Ihr neue Pläne schmiedet, dass Ihr nette und interessante Menschen trefft und ganz viel pure Natur genießen könnt. Frohes neues Jahr 2018!

Nachgedacht: Mein Leben in Deutschland begann mit…

… einem Wasserkocher. Zwar ist das die Wahrheit, aber, jetzt mal ehrlich, wer würde sein Buch so nennen wollen? Ich nicht.

Noch bevor ich das Buch von Viktor Funk durchlese, fällt mir der Satz am Ende des Buchs ins Auge: „Viktor Funk ist 1978 in der Sowjetunion (Kasachstan) geboren“. So gebe ich mein Geburtsland auch oft an. Das existiert zwar nicht mehr, aber dadurch wird es nicht weniger wahr. Deutsche Bürokratie streicht einfach das Wort „Sowjetunion“ und es bleibt nur Kasachstan stehen. Ähnlich geht es wahrscheinlich den in der DDR Geborenen.

Seit unserem Umzug nach Deutschland habe ich die Angeln nicht mehr ausgeworfen. Stellt euch vor, ich habe früher geangelt. Wie der Protagonist des Buchs von Viktor Funk erinnere ich mich gern daran, wie ich früher mit meinem Bruder am Fluss angeln war. Immer noch kann ich ohne Ekel Regenwürmer anfassen, aber sonst bin ich inzwischen so ziemlich verweichlicht.

Wie ich mein Buch denn nennen würde? Entwurzelt. Nicht besonders kreativ. Und klingt irgendwie traurig, sollte es aber in meinem Fall nicht sein… nur wenn ich auf Menschen treffe, die schon in dritter-vierter Generation an einem und demselben Ort leben, die auf dem Speicher schwarz-weiß Fotos von ihren Urahnen habe, wird es mir komisch… ich habe nicht mal Fotos von meinen Eltern als Kinder gesehen.

Ach, es ist schon komisch, was für Gedanken sich einem aufdrängen, wenn man von einem Buch beeindruckt wird…