Gewusel im Garten

Unser Garten entwickelt sich immer mehr zu einem Naturgarten. Mauerbienen, Löcherbienen und Sandwespen fühlen sich bei uns genauso wohl wie Honigbienen und Hummeln. Grashüpfer, Graspferde und Wespenspinnen sind hier unterwegs. Blattläuse und Ohrenkneifer sowieso.

Im letzten Jahr haben wir einen kleinen Teich angelegt. Einen Miniteich. Vor einem Jahr haben wir dann die ersten Libellenlarven darin entdeckt. In diesem Frühjahr sind Teichmolche und im Sommer ihre Jungen aufgetaucht. Die jungen Teichmolche schwimmen immer noch darin. Im September waren die zwei ersten Libellen geschlüpft… Sagt man das so?

Spatzen und Meisen treiben in unserem Garten ihr Unwesen. Amseln drehen jedes trockene Blatt auf dem Boden um und futtern zur Zeit auch die orangenen Feuerdornbeeren weg. Stieglitze zupften zuerst die Kornblumen und nun die Sonnenblumen und Schmuckkörbchen leer.

Sorgen machen uns nur die Hauskatzen aus der Nachbarschaft, die sich regelmäßig in der Nähe der Vogelfutterstelle in unserem Garten auf die Lauer legen.

Gartenjahr 2018: Landesgartenschau

Vor einer Woche haben wir endlich den langen Weg nach Bad Schwalbach auf uns genommen und waren auf der hessischen Landesgartenschau. Zweieinhalb Stunden hin und zwei zurück, mit Bus und Bahn für ein solches Idyll:

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Gemütlich schlenderten wir zwischen den Blumen- und Gemüsebeeten. In meinem Kopf wurde eine Habich-Brauchich-Liste aktualisiert. Auch bei den Insektenhotels blieb ich länger stehen, um Ideen zu holen und mir zu merken, was ich besser machen würde.

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Die meisten Pflanzen waren beschriftet und auch sonst gab es viele Möglichkeiten sich über Pflanzenwelt und Gartengestaltung zu informieren. Hier (Bild unten) haben wir anhand der Baumrinde geraten, welche Bäume das sein sollen. Unsere Trefferquote war bescheiden.

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Mehrmals haben wir uns von leckeren Gerüchen zu Naschpausen mit schönen Aussichten verleiten lassen, deswegen hat sich der Tag ein bisschen wie ein gemütlicher Picknickausflug angefüllt… Sonne, schöne Natur, leckeres Essen… und alles ganz entspannt!

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In der Blumenschau waren kunstvolle Blumenarrangements. Auch sehr ausgefallene Kombinationen von Blumen mit Paprika, Äpfeln, jungen Bananenfruchtständen und sogar Venusfliegenfallen. Alles viel zu groß fürs Wohnzimmer, aber wünderhübsch anzuschauen.

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Beim Schlendern zwischen den Blumen- und Gemüsebeeten und im Liegestuhl auf die Fontäne blickend, konnte ich gut abschalten und mal ausnahmsweise nicht an die Arbeit denken. Und obwohl wir fast den ganzen Tag auf den Beinen waren, war ich am Abend gut ausgeruht.

Haftungsausschluss: Die in diesem Beitrag genannten Orte/Veranstaltungen habe ich privat besucht. Ich habe kein Geld oder Dienstleistungen erhalten, um für diese zu werben.

Unsere Feldahorn-Hecke – erste Blüte

Stellt euch vor, unsere Feldahorn-Hecke blüht! Seit wir sie vor vier Jahren bekommen haben, haben wir darauf gewartet.

Damals bekam sie zum ersten Mal ihre Blätter, schoss in die Höhe und… nichts! Es nicht besser wissend, haben wir es uns damit erklärt, dass die Strapazen des Umpflanzens und ein nicht besonders günstiger Standort unter einer alten Fichte schuld daran seien.

Als sie im darauf folgenden Frühling ebenfalls nicht blühte, machten wir die Trockenheit für das Ausbleiben der Blüte verantwortlich. Im Frühjahr 2015 gab es nämlich kaum nennenswerte Niederschläge in unserer Gegend.

Aber so langsam regte sich in uns ein Verdacht, dass Feldahorn zuerst ein bestimmtes Alter erreichen muss, bevor er blüht. 2016 und 2017 gab es nämlich auch keine Blüten auf unserer Feldahorn-Hecke.

Schließlich wurden wir in den Fachbüchern fündig. Feldahorn blüht ab einem Alter von etwa 20 Jahren. Aber wir hatten wohl Glück, denn unsere Feldahorn-Hecke blüht vier Jahre nachdem wir sie als 80 cm große Pflanzen bekommen haben. Bestimmt hängt die frühe erste Blüte mit dem Standort, den klimatischen Bedingungen der letzten Jahre und der Nutzungsart (es ist kein Solitärbaum) zusammen.

So oder so, nun blüht sie und wir warten darauf, dass auch die Bienen das entdecken.

DIY: Insektenhotel

Bis jetzt hatten wir nur ein Ohrwurmhotel: ein umgedrehter mit Stroh gefüllter Terrakottatopf. Aber seien wir mal ehrlich, so ein richtiges Insektenhotel für alle war das ja nicht. Meine Schwiegereltern haben so eine Art Plaza-Insektenhotel und etliche Insektenpensionen, wo sich viele Insekten pudelwohl fühlen. Das begeistert natürlich und steckt auch an. Also haben wir selbst ein Insektenhotel gebaut. Die Idee für diese Variante haben wir aus unserem Gartenkalender.

Dafür haben wir ein dickes Holzstück diagonal durchgesägt und beide Hälften nacheinander und etwas versetzt auf ein langes Pressholzstück geschraubt. Aus zwei anderen Pressholzstücken (von gleicher Breite wie das erste Pressholzstück) haben wir Dächer für die Schrägen gemacht. Erst dann wurden die Löcher in die Holzdreiecke (eigentlich sind das gerade Prismen mit einem Dreieck als Grundfläche, aber wer nimmt es schon so genau) gebohrt.

2017-03-Insektenhotel-(1)

Damit die Vögel dieses Insektenhotel nicht als ihre Kantine ansehen, haben wir auch noch Hasendraht auf der Vorderseite angebracht. Dafür war es gut, dass die Dachstücke breiter als die Holzdreiecke waren und vorn etwas weiter abstanden.

2017-03-Insektenhotel-(2)

In die Räume unten werden wir noch Bambusstäbchen hineinstecken, dann kommt dieses Prachtstück von einem Insektenhotel in unseren Garten.


Nachtrag:

Gestern haben wir unser Insektenhotel an unserer Tanne angebracht. Keine Panik! Der Baum wurde dabei nicht verletzt.

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Und weil für dieses Insektenhotel ein Reststück von einem Dachbalken, Bambusstäbe aus Vorjahren, Gartenbank-Farb-Reste und sogar ein altes Wahlplakat verwendet werden konnten, ist es ein richtiges Upcycling-Projekt geworden.

Bechermalven

Jedes Jahr pflanzten wir in unserem Garten Bechermalven, aber so prächtig wie in diesem wurden sie nie…

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Auch den Ringelblumen und Hortensien sagte der heiße Sommer zu. Meinem Lein und den Kornblumen erging es aber gar nicht gut, zu klein sind sie geblieben und zu früh vertrocknet. Und unser Hibiskus, obwohl schon das dritte Jahr an selber Stelle, stand zum ersten Mal in voller Blüte. So sorgten die Hitze und Trockenheit des diesjährigen Sommers für neue Konstellationen und Augenmagnete in unserem Garten.

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