Melibokus

von chaoslady

Sieht man heute aus den Fenster, mag man kaum glauben was für ein herrliches sonniges Wetter wir am Sonntag hatten, so tief hängen die grauen Regenwolken. Dafür dass die Wanderung am Sonntag schon vor Langem ausgemacht war, hatten wir echt Glück mit dem Wetter.

Es ging mit Freunden in den Odenwald. Klar ist es nicht unsere erste Wanderung dorthin gewesen, aber auf dem Melibokus waren wir bis jetzt nie.

Gestartet in Zwingenberg gingen wir zuerst – laut unserem Wanderführer – „durch das Rebland“, naschten ein paar süße Weintrauben, aber wirklich nur ein paar, und redeten über dies und das.

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Eine andere Sehenswürdigkeit auf unserem Weg war Schloss Auerbach. Für Kinder ist diese Ruine ein Paradies auf Erden. Aber die gewaltigen Burgmauern, die Gänge darin, die Aussicht vom Nordturm aus rufen auch in Erwachsenen ein großes Staunen hervor. Dank stabiler und vertrauenerweckenden Treppen hatte ich keine Höhenangst und konnte zusammen mit den anderen vom Nordturm auf den Melibokus – unser nächstes Ziel – blicken.

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Der Berg links ist der Melibokus. Da wollten wir also hin. Runter vom Burgturm. Bergrunter. Bergauf. Noch eine kurze Pause kurz vor dem Erreichen des Gipfels, weil meine Kräfte aufgebraucht waren. Aber dann waren wir ganz bald oben auf dem Berg, wo hunderte von Marienkäfern die Wanderer belästigten, und gingen auf den Aussichtsturm hinauf. Der Ausblick von der Aussichtsplattform war atemberaubend. Das Schloss Auerbach sahen wir auch wieder (die zwei Türme auf dem Berg links gehören zu ihr).

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Mit dieser schöne Aussicht vor uns haben wir ein Picknick oben auf dem Aussichtsturm gemacht. Den Zuckerkuchen, den es unter anderem auch gab, hat mein Mann selbst gebacken.

Nach dieser längeren Pause in luftiger Höhe, aus der man sogar die Skylines von Frankfurt am Main sieht, begann unser Abstieg vom Berg. Allmählich ging der Tag zur Neige. Als wir die Burg Alsbach erreichten und vor dem Burgtor noch eine Pause machten, ging die Sonne unter. Aber wir waren eben noch nicht zurück in Zwingenberg.

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Den letzten Abschnitt legten wir im Dämmerlicht zurück. So wurde diese tolle Wanderung zu meiner allerersten Nachtwanderung. Klar, ist war noch keine Nacht, aber wenn man unter dem Bäumen den Boden unter sich nicht mehr sieht, zählt es. Als wir zwischen den Bäumen wieder über die Rhein-Main-Ebene blicken konnten, war in den Städten die Straßenbeleuchtung angegangen.

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Dieser Teil des Weges kam meinem Schatz bekannt vor. Und das stimmte, unsere allererste Wanderung in diesem Jahr führte uns hierhin. Kurz bevor die Zivilisation uns wieder hatte, wurden nochmal unsere Knien strapaziert, denn vom ehemaligen Steinbruch führt eine sehr steile Straße in die Stadt hinein. In der Stadt, auf dem Weg zum Bahnhof, sind wir unter einem haushohen Feigenbaum durchgegangen, wo sie es doch bei uns nicht so warm haben.

Ach, war das eine wundervolle Wanderung! Die beste überhaupt. Weinberge und zwei Burgen. Der höchste Berg, den ich je bestieg. Eine unverhoffte Nachtwanderung. Und eine echte vom Baum gepflückte Mandel als Mitbringsel.

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