es war einmal… 2.0

Monat: Juni, 2016

Ausgeflogen

by chaoslady

Auch in diesem Jahr hatten wir ein Nisthäuschen für Meisen in unserem Garten aufgehängt. Ein nigelnagelneues. Ungewöhnlich lange blieb das zuerst unbewohnt. Und als die Meisen unsere Nisthilfe doch für sich entdeckten, ist es uns zuerst nicht aufgefallen, aber als ihre Kleinen geschlüpft sind, stellten wir fest, dass „unsere“ Meisen selbst sozusagen eine Meise hatten. Sie legten immer eine ausgeklügelte und besonders komplizierte Flug-Hüpf-Vorstellung an den Tag, um zu verschleiern, dass sie in ausgerechnet dieses Vogelhäuschen wollten. Wie in einem Spionagefilm. Ja sicher gehen, dass ihnen keiner folgt. Oscarreif. Als die Eltern es dann doch rein geschafft hatten, piepsten die Kleinen sich die Seele aus dem Leib. Da im vergangenen Jahr die gesamte Brut ums Leben gekommen war und wir Verdacht hatten, dass irgendwo in umliegenden Gärten Gift gespritzt wurde, welches die Kleinen mit dem Futter aufgenommen hatten, fragten wir uns wie viele Kleine es in diesem Jahr schaffen.

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Und heute früh, als wir zur Arbeit gingen, wussten wir dass der Tag gekommen war: Ein sonst so vorsichtiger Elternvogel saß da und zwitscherte vor sich hin. Er ruft die Kleinen, dachten wir uns. Nach der Arbeit habe ich an dem Vogelhäuschen gehorcht. Stille. Jetzt, am frühen Abend habe ich sie gesehen. Vier Jungvögel. Sie machten ihre noch unbeholfenen Flugversuche. Einer schätzte entweder die Höhe oder seine Kräfte falsch ein und klatschte gegen die Balkonwand, als er auf der Balkonbrüstung landen wollte. Der andere wurde von einer Windböe erfasst und in die Hecke der Nachbarn regelrecht reingeschmießen. Aber wie alle Kinder, die nicht wissen, dass sie beim Hinfallen beobachtet wurden, machte das den Kleinen nichts aus, denn sie versuchten weiter vom Zweig zum Zweig, von Baum zum Gartenhäuschen, von da zum Zaun usw. zu fliegen und zwitscherten dabei ununterbrochen. Der vierte und kleinste buck kleinere Brötchen, er legte immer nur kurze Strecken zurück und machte lange Pausen. Er wurde zwar von den Geschwistern schnell abgehängt, aber gab nicht auf und folgte ihnen, nur in seinem eigenen Tempo.

Aus der Erfahrung wissen wir, dass diese kleine Bande noch einige Tage in der Nähe bleiben und unseren Garten unsicher machen wird ;-). Und es ist so ein schönes Gefühl, dass in diesem Jahr „unsere“ Meisen ganze vier Jungen durchbringen konnten.

Berlin: Blumeninsel

by chaoslady

In diesem Jahr ist es wie verhext. Egal was ich tue, die Arbeit wird nicht weniger. Es ist sogar umgekehrt. Je mehr ich tue, desto mehr gibt es zu tun. Aber am vergangenen Wochenende haben wir uns eine Pause gegönnt und haben einen Städtetrip in die Hauptstadt gemacht. Im Februar haben wir nämlich zwei Sachen festgestellt. Erstens: so ein Faulenzurlaub ist zwar schön und gut, aber nichts für uns. Zweitens: wir waren bereits in London, Stockholm und Riga, aber noch nicht zusammen in Berlin. Und wir haben Lust bekommen, das zu ändern.

Damit wir uns nicht übernehmen und anschließend an diesen Kurzurlaub einen kurzen Urlaub brauchen, haben wir uns nur wenige konkrete Ziele gesetzt, der Rest würde sich von selbst ergeben. Unsere Wunschsehenswürdigkeiten waren: der Reichstag und der Fernsehturm, das Brandenburger Tor und das Ischtartor im Pergamonmuseum, die Nofretetebüste im Neuen Museum und das Science Museum. Mainstream? Vielleicht…

Aber diese Kalksteinblume auf einem Gesimsstein aus Chirbat al-Minya im Pergamonmuseum hat mich auf eine Idee gebracht.

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Wäre ich ein Botaniker, wäre ich eventuell anderer Meinung, aber so sehe ich hier eine wunderschöne, ungefüllte Hibiskusblüte. Meine Phantasie gaukelt mir vor, ihre Farbe sei ein zartes Apricot.

Ich mache einen Fotoblumenstrauß aus Berlins Blumen.

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Diese Gänseblümchen zieren das Ischtartor im Pergamonmuseum auf der Museumsinsel. Ich könnte stundenlang dieses Tor bestaunen und würde mich nicht satt sehen.

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Sehe nur ich die blassblaue Clematis auf diesem Fresko aus dem Fragmentarium des Neuen Museums?

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Vor dem Berliner Dom habe ich mich von dieser Aussicht inspirieren lassen. Ratet mal, wer seit Dienstag auch Schmucklilien im Garten hat!

2016-05-26-Berlin-(05)-Kornblumen

Das Hauptportal des Roten Rathauses ist von Kornblumen umrandet. Vielleicht sind sie nicht preußisch blau, aber doch ein Stückchen Berlins Geschichte und wunderschön.

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In der Behrenstraße Ecke Markgrafenstraße, nicht weit vom Gendarmenmarkt, schmücken solche Sonnenblumen die Fenster des Hauses des Verbands der Automobilindustrie e.V.

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Und diese Sonnenblume hat jemand zum Jubiläumsfest des Berliner Hauptbahnhofs mitgebracht.

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Im Spurengarten des Spreebogenparks erfreuen prächtige Blumenbeete das Auge. Mir hat dieser weißer Kugel-Lauch im Licht der Abendsonne besonders gut gefallen.

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Die ungemähte Wiese neben dem Kanzleramt war auch schön. Grasnelke, Lein, Rainkohl, Vogelwicke und Co. schienen sich hier total wohl zu fühlen.

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Und dem Zaun entlang blühten Glöckchen.

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 Vom trüben Wetter ließ sich der Holunder im Tiergarten nicht stören, ebenso wie die Wettläufer des diesjährigen Firmenlaufs.

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Im Deutschen Technikmuseum sind wir auf einen Raum gestoßen, wo Stanz- und Prägewerkzeuge zum Herstellen von Seidenblumen ausgestellt werden…

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… die zarten Seidenblümen sind unter Glas vor allzu begeisterten Fans in Sicherheit…

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…denn einige von ihnen sind ältere Semester so wie diese künstliche Sträußchen aus Sebnitz aus dem Jahr 1930.

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Und hier haben wir ein Blumenbild aus Filz, es gehört zur Textilausstellung im Deutschen Technikmuseum.

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Wer aber denkt, wir hatten die Augen nur für die „Kultur“-Pflanzen von Berlin offen, irrt sich. Auch diese kleine Gemüsegänsedistel an einer Baustelle neben der Schloßbrücke ist unserer Aufmerksamkeit nicht entgangen.

Wie man sieht, hat sich uns Berlin als eine Blumeninsel gezeigt, wo für jeden Geschmack etwas dabei ist. Und auch wenn uns nach drei Tagen die Füße total weh taten, kamen wir zufrieden und gut gelaunt nach Hause.

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