Hamburg (Teil 2)

von chaoslady

Die Zeit verfliegt schnell und es scheint schon lange her zu sein, dass wir uns auf den Weg zum bekannten Hamburger Fischmarkt machten, dabei ist es gerade mal eine Woche her…

Im Winter beginnt der Fischmarkt nicht um fünf Uhr früh wie im Sommer. Was für ein Glück für mich. Denn nachdem wir am Freitag und Samstag schon so viel durch Hamburg gelaufen sind, wollte ich am Sonntag gar nicht mehr aufstehen. Aber mein Schatz appellierte an meine Neugierde und brachte mich auf die Beine.

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Die Wolken hingen tief. Es war kalt. Bis zur Haltestelle Landungsbrücken sind wir mit der U-Bahn U3 gefahren. Die U3 ist eine Besonderheit für sich. Sie ist eigentlich eine Hochbahn, mit nur einigen Haltestellen unter der Erde… Die Strecke zwischen Landungsbrücken und Altona (Fischmarkt) haben wir dann mit der Fähre zurückgelegt. Man sah das bunte Treiben um die Fischauktionshalle am Ufer vom Weiten. Aber bald waren wir mittendrin und ließen uns treiben. Die Reiseführer haben nicht gelogen, fast alles bekommt man hier. Wir haben sogar einen Stand mit lebenden Hühnern, Tauben und Kaninchen gesehen. Und überall wie erwartet Fisch.

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Ob die Atmosphäre hier auf dem Fischmarkt einmalig ist, vermag ich nicht zu sagen, dazu habe ich zu wenig Erfahrung mit solchen Märkten. Für mich war dieser Morgen auf dem Fischmarkt in Hamburg auf jeden Fall besonders aufregend.

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Im Anschluss an unseren Fischmarktbesuch haben wir auch unser zweites festes Ziel anvisiert: die Bootsrundfahrt. Zurück zu den Landungsbrücken suchten wir die Barkasse, die uns eine Hafenrundfahrt versprach. Wir waren nicht allein. Viele kuschelten sich aneinander, denn obwohl die Sonne kurz Oberhand über den Wolken erhielt, war es kalt. Sehr kalt. Es war gerade noch Flut und so steuerte der Kapitän zuerst die Speicherstadt an. Viele wunderschöne Speicher aus rotem Backstein. Kleine grüne Kupferdächer für die Winden ganz oben. Und eine Menge Fenster! Es ist schön hier und viele Speicher haben eine neue Funktion bekommen, ob offensichtlich oder nicht das Leben brodelt immer noch hinter diesen Wänden.

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Weiter ging es an den Elbarkaden mit innovativen Windrädern auf dem Dach und an der Elbphilharmonie vorbei in den Hafen.

Also übermäßig viele Schiffe haben wir hier nicht gesehen. Da waren welche in den Fleeten und in den Docks. Es wurden welche von riesigen Kränen be- oder entladen. Ein Dampfer lief aus, ein Eisbrecher ruhte an seinem Anlegeplatz, eine Fähre unterwegs auf ihrer Route. Alles war hier so groß. Zwei Arbeiter sahen wie winzige Ameisen angesichts des 320 Meter langen riesigen MSC-Schiffes, dessen Bugwulst sie gerade neu lackierten. Zwischen den Füßen der Kräne, die solche Schiffe beladen, passen Container durch. Da schien plötzlich die Barkasse, die uns hierher brachte, wie eine Nussschale klein.

Nach der Bootsrundfahrt gingen wir zu Fuß in die Speicherstadt ins Spicy’s Gewürzmuseum. Schon im Treppenhaus des Speichers roch es exotisch. Im Museum selbst, das einen einzigen Raum belegt, kann man die Gewürze nicht nur riechen, sondern auch anfassen und probieren. Hier gibt es Waagen, Behälter für Gewürze, Geräte um Gewürze zu verarbeiten, Informationen über den Anbau und liebe Geschichten, die sich um Gewürze drehen. In diesem wohlriechenden Raum lesen die Menschen Rezepte aus Kräutern, reiben Kardamomsamen zwischen den Fingern oder tauchen ihre Hände in den Sack voller aromatischen weißen Pfeffers aus Indonesien.

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Nach einem heftigen Schauer und einem kurzen Abstecher ins Meßmer Momentum TeeMuseeum verbrachten wir den restlichen Nachmittag im Internationalen Maritime Museum. Hier ist die Seefahrtsgeschichte auf neun Stockwerken untergebracht. Unendlich viele Exponate zu Ereignissen und Prozessen auf der, über der und in der See. Man könnte hier Tage verbringen.

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